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Scraps Of Tape – Grand Letdown
Vö: 20. März 2009
Label: Zankyo / Tenderversion / Al!ve
Länge: 41:52 min
Hit: The Long Silence
Punkte: 7/10

Scraps Of Tape - Grand Letdown

Scraps Of Tape sind das Chamäleon unter den Bands: bunt, anpassungsfähig sowie gut und böse in einem. Faszinierende Wesen. Und dabei ist es egal, von welcher Seite man nun “Grand letdown” betrachtet. Das geht schon bei der Artenvielfalt dieser Viecher los, bei der es ungefähr 160 verschiedene gibt. Und von annähernd so vielen Musikrichtungen ließen sich Scraps Of Tape beeinflussen. Ganz offensichtlich ist das natürlich Postrock, doch die schon fast songorientierte Herangehensweise, der mittlerweile um ein Vielfaches vermehrte Gesang und die Vielzahl der einprägsamen Melodiebögen deuten aber auch auf eine ganze andere Gattung hin: Popmusik. Huch!

Doch noch viel mehr sind Chamäleons ja für ihre Anpassungsfähigkeit, ihre Farbwechsel und Rundumblick bekannt. All diese Eigenschaften haben sich auch Scraps Of Tape angeschafft, aus zwei Gründen sogar: Tarnung und Beeindruckung. So ist es also absolut nicht negativ gemeint, wenn man Scraps Of Tape anlässlich von “Grand letdown” Veränderund unterstellt. Sie sind tatsächlich eingängiger und zugänglicher geworden. Sie passen sich an, nicht dem Zeitgeist, sondern der künstlerischen Umwelt und dem herausfordernden musikalischem Umfeld. Das hat den Vorteil, dass sie nicht in der Postrock-Evolution gnadenlos gefressen werden, gleichzeitig aber auch weit über diesen Rand hinausschauen. Eines der besten Beispiele hierfür könnte “Filler” sein: Im Original von Minor Threat könnte hingegen diese Coverversion auch von Jeniferever stammen. Eine gute Mischung. Oder “The long silence” mit seinem Einschlag von The Appleseed Cast. Auch das Namedropping will schlie&szliglichüberleben.

Man sagt ja auch nicht umsonst, dass Chamäleons als Symbol für die Einheit von Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft gelten. So überwinden Scraps Of Tape in ihren Liedern angestaubten Postrock, nervigen Indierock und vor allem ihren Schatten. Dabei schaffen sie ihre ganz eigene Version zeitgenössischer Musik: oft härter als naheliegende Referenzen, oft aber auch weicher und intensiver. Das hat Zukunft. Ein weiterer fragwürdiger Mythos besagt, dass Frauen keine Chamäleons anschauen sollten, da sich sonst niemand für sie interessieren wird. Doch das ist Quatsch: 87% aller “Grand letdown”-Hörerinnen haben jetzt viel mehr Sex. Und besseren!

Tracklist:
01) bring the heavy
02) the long silence
03) the blindspot
04) linear opticts
05) filler (minor threat cover)
06) grand letdown
07) five fingers
08) brick by brick, building your own house
09) love them anyway
10) eric (carpet people cover)
11) master blaster

© written for plattentests


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