Der Schnarcheffekt
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The Sorrow – Origin Of The Storm
Vö: 27. Februar 2009
Label: Drakkar / Sony BMG
Länge: 38:58 min
Hit: -
Punkte: 2/10
Der Überfluss ist die Mutter der Langeweile. Sagt man ja so. Und da hat der Volksmund ausnahmsweise sogar einmal Recht, auch wenn viele ähnlich goldene Lebensweisheiten gerne ins Reich der Märchen abgeschoben werden dürfen. The Sorrow kennen sich aber scheinbar mit beidem bestens aus: Weisheiten und Metalmythen. Zudem sind sie in Sachen Langeweile mittlerweile sogar Spitzenreiter – “Origin of the storm” zeigt das von vorne bis hinten sehr eindrucksvoll.
Denn die Langeweile ist in der Tat ganz vorne mit dabei, nämlich bereits beim Cover: Ein Schiff inmitten starken Wellengangs, Blitze und Donner, dunkle Wolken. Gepaart mit dem Metalcore-Unwort der letzten fünf Jahre – Sorrow – und der weltweit abgedroschensten Schnörkelschriftart, wäre es also absolut nicht verwunderlich, würde man schon vor dem Einlegen der CD wegschnarchen. Wegen des äußerst innovativen Artworks wird demnach schon mal keiner zu “Origin of the storm” greifen. Doch es geht ja vorrangig auch um die inneren Werte, die Musik sozusagen.
Aber, um bei den Weisheiten zu bleiben: Seine Familie kann man sich nicht aussuchen. So sind The Sorrow hörbar von Trivium, Killswitch Engage, Lamb Of God oder auch Amon Amarth beeinflusst worden, klingen aber maximal wie die kleinen Enkel, die sich gerade imitierend das Sprechen abschauen. Der Apfel fällt ja bekanntlich nicht weit vom Stamm. Später wollen The Sorrow nämlich auch einmal groß und berühmt werden, deswegen versuchen sie erst gar nicht irgendeinem der dreizehn Lieder eine persönliche Eigenheit beizumischen. Das Bekannte hat sich ja auch erfolgreich bewährt.
Vielmehr geht deswegen ein Klischee fließend in das nächste über: Ob nun das klassische Klavierintro, der schon 76mal gehörte Einstieg in den Opener “Where is the sun?”, überhaupt fast alle unspektakulären Standardriffs oder auch die lustlos runtergesungenen Caliban’schen Refrains von Songs, die so heißen wie Sprüche aus einem Lexikon der peinlichsten Metal-Phrasen – manchmal möchte man sich für soviel Unkreativität fremdschämen. Gut, es ist ja nicht so, dass “Origin of the storm” durch und durch schlecht wäre. Immerhin hat Produzent Toni Meloni der Platte zu einem guten Sound verholfen. Aber: Wie kann man eine Band als Künstler wirklich ernstnehmen, wenn diese einmal das Metalcore-Genre von oben und nach unten durchkopiert, dabei die guten Ansätze ausklammert und am Ende sich auch noch selbst auf nur einem Album 13mal wiederholt? Das ist Überfluss und Überdruss in einem, völlig pur. Der Ursprung der Langeweile.
Tracklist:
01) apnoia
02) where is the sun?
03) my immortal guardian
04) scars
05) eyes of darkness
06) raising the devil
07) anchor in the storm
08) from this day on
09) heaven is no place for us
10) tempestuous
11) collector of tears
12) faceless
13) day of the lord
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