Archive for October, 2008

Praktikumszeugnis

Thursday, October 30th, 2008 at 11:05

| aktueller song: helios – sons of light and darkness |

Left To Vanish – Versus The Throne
Vö: 14. November 2008
Label: Lifeforce / Soulfood
Länge: 42:52 min
Hit: Falling In Love In A Whorehouse
Punkte: 4/10

Left To Vanish - Versus The Throne

Er war stets bemüht, die Arbeitsqualität entsprach den Anforderungen und er war bestrebt sich neuen Situationen anzupassen. So oder so ähnlich könnte sich das Zeugnis zu “Versus The Throne” lesen. Doof nur, dass die Entschlüssung dieser Geheimcodes der Personalwirtschaft maximal für ein “ausreichend” bis “mangelhaft” stehen. Als solide könnte man es mit Augenzudrücken auch bezeichnen, denn mehr sind Left To Vanish nämlich nicht. Die Dreiviertelstunde entspricht ganz einfach den gängigen Standards des Death- und Metalcore dieser Tage, handwerklich wie kreativ halbwegs annehmbar, aber keineswegs eigen oder gar außergewöhnlich. Das sieht man übrigens auch schon am Cover: Selbst dort treffen Klischee auf Vorhersehbarkeit, da nützen auch die guten musikalischen Ideen mit den Interludes und den schleppenderen Parts nur bedingt. In der Regel tadellos, würde der Chef sagen.

Tracklist:
01) give us barabbas
02) seventeenth year cicadas
03) long live this heresy
04) dirt merchant
05) lufthansa heist
06) whitewolf and nash
07) eyeless in gaza
08) suffrage under a sulfur sky
09) february 16th 1969
10) northern lights
11) falling in love in a whorehouse

© written for fuze magazin

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Die Qual der Qual

Monday, October 13th, 2008 at 00:22

| aktueller song: come sleep – to this day: not a sound |

Shinedown – The Sound Of Madness
Vö: 10. Oktober 2008
Label: Atlantic / Warner
Länge: 41:45 min
Hit: Second Chance
Punkte: 2/10

Shinedown - The Sound Of Madness

Wirklich gut oder wichtig waren Shinedown ja eigentlich nie. Das ändert sich auch mit dem Nachfolger zu “Us and them” nicht. Einzig mit dem Unterschied vielleicht, dass die Band mittlerweile …

… noch größenwahnsinniger als Metallica ist. Es kann nämlich einfach nicht sein, dass sich Frontmann Brent Smith hinstellt, aufbläst und dann großspurig zu seinem Produzenten Rob Cavallo verkündet: “Wenn ich tot bin, wenn jeder in dieser Band nur noch Vergangenheit ist, dann will ich, dass die Welt “The sound of madness” als ein Album in Erinnerung behält, das gemacht werden musste!” Denn im Gegensatz zu Shinedown dürfen Metallica eine große Klappe haben, weil sie ganz einfach Musikgeschichte geschrieben haben und auch einmal gut waren. Shinedown hatten zwar auch ihre sage und schreibe zwei #1-Hits, der aktuelle aber namens “Devour” ist derart belanglos, dass er bald wieder nur in Computerspiel-Soundtracks und Wrestling-Shows Verwendung findet – und selbst dort noch untergeht. Danach kräht in drei Jahren kein Hahn mehr.

… noch unkreativer als Nickelback ist. Die haben selbstverständlich die Musik auch nicht neu erfunden, wissen aber mittlerweile perfekt, wie man Melodien und Texte für ein Millionenpublikum schreibt. Nicht zu weich, nicht zu hart, immerhin wollen sie den alternativen Hard Rock in die Stadien der Welt transportieren. Shinedown sind dabei aber maximal die fünfte Supportband – wenn überhaupt. Songs wie “Second chance” oder “Sound of madness” probieren zwar genau das gleiche, sollen ebenso vor Stadionrock strotzen, kupfern aber maximal die Melodien einer Viertklässler-Schülerband aus Timbuktu ab. Ohrwürmer klingen wahrlich anders. Die vermeintlichen hier, die würden nicht einmal besoffene Engländer mitgrölen.

… noch unspannender als Staind ist. Das einzig Interessante an denen war immerhin, dass sie versuchten, harte und härtere Gitarren neben den gebrechlichen Gesang von Aaron Lewis zu stellen und somit immerhin etwas Dramaturgie erzeugten. Selbst das schlägt bei Shinedown fehl, denn weder hat Brent Smith solch eine markante Stimme, noch berühren einen die laut seinen Angaben “persönlichsten Texte” in irgendeiner Form. Ebenso überzeugen die Neuzugänge Nick Perri (Gitarre) und Eric Bass (Bass) mit ihrem Gitarrenspiel maximal in Form von solider Stagnation, statt zumindest einer Staindschen Abwechslung. Vielmehr katapultiert sich “The sound of madness” dadurch in die absolute Belanglosigkeit. Das tut weh. Aua!

Tracklist:
01) devour
02) sound of madness
03) second chance
04) cry for help
05) the crow & the butterfly
06) if you only knew
07) sin with a grin
08) what a shame
09) cyanide sweet tooth suicide
10) breaking inside
11) call me

© written for plattentests

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In der Ruhe liegt die Kraft

Tuesday, October 7th, 2008 at 00:03

| aktueller song: sigur rós – ára bátur |

Our Broken Garden – When Your Blackening Shows
Vö: 26. September 2008
Label: Bella Union / Cooperative / Universal
Länge: 38:21 min
Hit: Watermark
Punkte: 5/10

Our Broken Garden - When Your Blackening Shows

Das mit der Schönheit ist so eine Sache: Anfänglich blind vor Liebe ist alles toll, aber irgendwann nutzt sich auch die schönste Frau der Welt einmal ab. Optisch gesehen jetzt. “When Your Blackening Shows” ist echt toll. Wie sich Anna Brønsted in melancholischer Zeitlupe durch ihren düsteren Pop schmachtet, begeistert wahrlich. Ganz einfach weil es eine tolle Atmosphäre ist, in die man da so nach und nach hineinschwebt. Wie eine rosarote Wolke, bloß ohne das bunte Verliebtheitsgefühl sozusagen. Trotzdem ist man irgendwie gefesselt. Schade ist eben nur, dass das mit der Liebe immer so ein Thema ist. Ohne diese gewisse “Spannung” pendelt es sich recht bald aus. Our Broken Garden pendelt auch etwas zu viel ohne jene Kontroverse, ohne große Konflikte und Dramatik. Das ist toll, aber andere Väter haben eben auch interessante Töchter.

Tracklist:
01) watermark
02) the blinding
03) anchoring
04) when your blackening shows
05) the rock collector
06) la sagitaire
07) the samaritan
08) cardia
09) my kinship

© written for spoonfork

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Coolio

Monday, October 6th, 2008 at 22:53

| aktueller song: slaraffenland – sleep tight |

Monotekktoni – Different Steps To Stumble
Vö: 19. September 2008
Label: Sinnbus / Al!ve
Länge: 46:40 min
Hit: Where’s The Hole
Punkte: 7/10

Monotekktoni - Different Steps To Stumble

Manches ist so uncool, dass es schon wieder cool ist. Ist eigentlich totaler Quatsch, aber sagt man ja so. Und irgendwie trifft das auch auf Monotekktoni zu. Nicht dass Tonia Reeh selbst irgendwie uncool wäre, aber ihre Form aus experimenteller Indie-Electronica will einfach nicht ins System angesagter Elektromusik passen. Auch wenn sie natürlich könnte – wenn sie wollte. Soll ganz einfach heißen: “Different Steps To Stumble” ist im Grunde schon tanzbar zeitgemäß und zudem mit den nötigen Spielereien versehen, kommt allerdings so bodenständig und völlig ohne Gossip daher, dass das Album schon fast altbacken wirkt. Genau das macht schließlich auch den Reiz aus: Understatement, obwohl jeder genau weiß, dass die Schrammelbeats wesentlich größer, lustiger und abfeierbarer sind als sie sich geben. Cool!

Tracklist:
01) where’s the hole
02) your colour was not strong enough
03) chinese afterburner
04) dirty paradise
05) fuck the engine
06) stupid girl
07) don’t tell father
08) roof
09) nicht stolpern bitte
10) häßlichent
11) copacabana
12) i’m a wheelchair

© written for spoonfork

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