Shortcuts: September 2008
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Die Stiefbrüder
Verleih: Sony | 2008
Regie: Adam McKay
Punkte: 2/10
Handlung: Nancy und Robert sind beide Single, verlieben sich und heiraten. Nichts besonderes, wären da nicht je zwei Söhne, die schon locker auf die 40 zugehen, trotzdem aber noch zu Hause wohnen. Weil den beiden allerdings Geschwisterliebe fremd ist, kommt das Fass des Öfteren zum überlaufen. Spätestens dann, wenn die nackten Hoden das heilige Schlagzeug berühren.
Nachgeschmack: Wenn jemand in Komödien Schniedel-, Kack- und Furzgags spielen darf, dann ist das Leslie Nielsen. Bei allen anderen – eben auch John C. Reilly und Will Ferrell – ist das einfach nur blamabel. Da bringt übrigens auch der durchaus realsatirische Handlungsansatz nichts. Das Kind im Manne war eben schon immer sehr primitiv.
Nobody’s Perfect
Verleih: Ventura | 2008
Regie: Niko von Glasow
Punkte: 7/10
Handlung: Regisseur Niko von Glasow – selber durch den Contergan-Skandal 1961 geschädigt – portraitiert elf Schicksalsgefährten, um mit ihren nackt für einen Kalender zu posieren. Zwölf Persönlichkeiten, die aufgrund ihrer Behinderung oft verstohlen angesehen oder ausgegrenzt werden, gehen in die Offensive und thematisieren ihr Handikap. Ungewohnt freizügig.
Nachgeschmack: Von Minute zu Minute merkt man nicht nur Niko von Glasow selbst, sondern auch den anderen Persönlichkeiten an, wie sich ihr Selbstbewusstsein steigert. Der offene Umgang mit der Krankheit als Befreiung, ebenso wie der Weg hin zu neuen Freundschaften. Und ein Schlag gegen die Herstellerfirma Grünenthal und starre Mitmenschen. Alle Achtung!
Eagle Eye
Verleih: Universal | 2008
Regie: D.J. Caruso
Punkte: 4/10
Handlung: Sehr dubios: Erst stirbt der Bruder von Jerry auf mysteriöse Weise und dann hat er Unmengen an Geld auf seinem Konto. Zudem werden ihm noch allerhand Waffen, Pässe und Dokumente untergeschoben. Kein Wunder also, dass das FBI längst hinter ihm her ist. Einzig die unbekannten Drohanrufe retten ihn und Rachel, Mutter eines Sohnes der es ähnlich ergeht, vor der Polizei. Doch sie sollen einen Terroranschlag durchführen.
Nachgeschmack: Eigentlich keine schlechte Idee, die Steven Spielberg da hatte: Was könnte passieren, wenn die Kontroll- und Überwachungswut der Regierung außer Kontrolle gerät? Dumm nur, dass es darum eigentlich gar nicht geht, sondern vielmehr um Paranoia-Action, ein Ende mit zu viel Pathos und einem glattgebügeltem Thema ohne Tiefgang. Popcornkino.
Wall-E
Verleih: Pixar / Walt Disney | 2008
Regie: Andrew Stanton
Punkte: 8/10
Handlung: Wall-E ist ein Haushaltsroboter, der einsam und allein seit knapp 700 Jahren den ganzen Müll auf der Erde zusammenpresst, um ihn zu Wolkenkratzern aufzustapeln. Ansonsten ist der Planet tot – bis Einestages die Androidin Eve auf der Erde ausgesetzt wird. Wall-E, der noch außerordentlich grün hinter den Ohren ist, verliebt sich aber sofort in Eve. Die Liebesodyssee durch Raum und Zeit beginnt.
Nachgeschmack: Natürlich ist die Handlung keineswegs besonders einfallsreich, aber die Grundidee ist gut: Die verlassene Erde als Müllhalte, auf der sich zwei Roboter verlieben (unterschwellige Botschaft!). Kann ja passieren. Zudem muss man es heutzutage auch erst einmal hinbekommen, das Publikum Großteils nur durch Mimik und Gestik im großen Stil zum Lachen zu bringen. Ohne Furzwitze dieser süßen Blechkiste.
Der Baader Meinhof Komplex
Verleih: Constantin | 2008
Regie: Uli Edel
Punkte: 8/10
Handlung: Deutschland in den 70er-Jahren. Die radikalisierten Kinder der Nachkriegsgeneration um Andreas Baader, Ulrike Meinhof und Gudrun Ensslin kämpfen gegen die US-Politik und gegen die Ungerechtigkeiten im Nahen Osten, der Dritten Welt und überhaupt. Die Geburtsstunde der RAF, die zehn Jahre Politik, Justiz und Industrie mit Terroranschlägen und Morden erschüttert. Eine Grundsatzfrage entbricht, die deutsche Geschichte schreibt.
Nachgeschmack: Es ist ein Versuch diese traumatische Zeit deutscher Nachkriegsgeschichte zwischen 1967 und 1977 so zu komprimieren, dass sie allen Seiten gerecht wird: Zeitzeugen, dem Kino und der Generation von heute, Verständnis für die politische Lage von damals, bei gleichzeitiger Verurteilung des RAF-Terrors, Detailtreue, Nüchternheit und Nähe zur Buchvorlage von Stefan Aust. Und die Rechnung geht auf. Das Thema des RAF-Terrors war stets bis heute aktuell und ist mit diesem Film umso mehr.





