Archive for May, 2008

ADHS

Monday, May 26th, 2008 at 18:30

| aktueller song: viscera – white flies |

Horse The Band – A Natural Death
Vö: 16. Mai 2008
Label: Koch / Ferret / Soulfood
Länge: 55:36 min
Hit: Hyperborea
Punkte: 7/10

Horse The Band - A Natural Death

Die Weltgesundheitsorganisation WHO hat sich schon was dabei gedacht, wenn sie Krankheitsbilder international einheitlich klassifiziert. Aktuell nennt sich das ICD-10, die International Classification of Diseases in der 10. Revision, und dient der weltweiten Erforschung von Morbidität und Mortalität. Der Vorteil ist, dass so recht transparent ein fundiertes Krankheitsbild des Patienten erstellt werden kann. Der Nachteil ist allerdings, dass jetzt alle wissen: Horse The Band laufen nicht ganz rund.

Nach der Klassifikation leidet die Band an irgendwas zwischen “F90.-” und “F90.8″ – Hyperkinetische Störung, wahlweise mit oder ohne Störung des Sozialverhaltens. Dass das Aufmerksamkeitsdefizit schon immer recht ausgeprägt sein musste, hat man nicht nur an den regen, jährlichen Veröffentlichungen diverser Alben, Demos, DVDs und “Pizza”-EPs ablesen können. Jüngst mündete dies sogar in der ambitionierten Idee einer “Earth Tour” mit Konzerten in knapp über 40 Ländern in drei Monaten. Bleibt nur zu hoffen, dass Länder wie China, Thailand, die Slowakei, Rumänien oder gar Deutschland die Morbidität der Band nicht dramatisch ansteigen lassen.

Die Angst ist nämlich durchaus berechtigt, denn der Zustand ist jetzt schon überaus kritisch. “A natural death” belegt dies ziemlich deutlich: Alle Körperwerte zwischen Herz, Hirn und Magen spielen völlig verrückt und befinden sich bei Horse The Band jenseits jeglicher Normen. Allein schon “Hyperborea”, der Opener dieser sage und schreibe knappen Stunde des wirren Chaos, bringt so manches Pulsmessgerät zum Glühen. Ruppiger, schneller und auch düsterer geht es zur Sache, genauso wie der kantige Synthesizer zentraler ins Geschehen rückt und die Texte über griechische Mythologie in diesem Zusammenhang fast noch kryptisch-abstrakter wirken. Horse The Band sind von Anfang an auf 180. Eine Eingewöhnungszeit zum Reinkommen gibt es ebenso wenig wie andere musikalische Konstanten.

Der Verdacht jedoch, Horse The Band wären einfach nur Opfer irgendeines ausufernden Drogenkonsums, ohne den diese Vielzahl unvorhersehbarer Brüche und Stilwechsel zwischen Metal, Samples, 90er-Jahre-Dance, Computerspielbeats, Screamo und Gedichten nicht mögliche wäre, ist schlichtweg falsch. Nicht bei allem, was nach Drogen klingt, sind diese auch im Spiel. Vielmehr wirkt “A natural death” technisch durchaus ausgereift und ist trotz seiner langen Spielzeit durchweg homogen. Natürlich muss man dann auch so unter Umständen leichen trashigen Sachen wie “Kangarooster meadows” mit einem zwinkernden Auge sehen, aber Horse The Band wollen auch dekonstruieren. Leicht ist das nicht, aber die Hippelkinder brauchen ihre Aufmerksamkeit. Auf Teufel komm raus.

Tracklist:
01) hyperborea
02) murder
03) the startling secret of super sapphire
04) the beach
05) face of bear
06) crickets
07) new york city
08) sex raptor
09) broken trail
10) the red tornado
11) treasure train
12) his purple majesty
13) kangarooster meadows
14) rotting horse
15) i think we are both suffering from the same crushing metaphysical crisis
16) lif

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Die Kaffeeklatsche

Sunday, May 18th, 2008 at 20:29

| aktueller song: long distance calling – jungfernflug |

Textures – Silhouettes
Vö: 16. Mai 2008
Label: Listenable / Soulfood
Länge: 47:21 min
Hit: One Eye For A Thousand
Punkte: 7/10

Textures - Silhouettes

“Journalisten sind niemanden unterworfen, außer ihren Vorurteilen und Irrtümern”, sagte mal irgendwer, der vom Spiegel zitiert wurde. Meine Oma wurde zwar leider noch nie im Spiegel erwähnt, hat aber genau das gleiche Problem: Vorurteile und Irrtümer. So kam doch letztens tatsächlich neben selbstgemachter Erdbeertorte und brühheißem Kaffee das Gesprächsthema Musik auf den Tisch. Vox sendete wohl wieder einmal eine Reportage, in der alle Metaller (sagt man das so?) als ungepflegte, langhaarige Typen im schwarzen Ledermantel hingestellt wurden, die sich obendrein Totenköpfe oder umgedrehte Kruzifixe auf den ganzen Körper tätowieren lassen. Deswegen ist das so: Ich habe einen Hang zur Gewalt, schreie nach Satan und höre Musik, die eintöniger und einfältiger Krach am Rande der Körperverletzung ist. Da muss man Oma erstmal vom Gegenteil überzeugen.

Zum Glück war zur Rechtfertigung “Silhouettes” von Textures zur Hand, von dem man durchaus behaupten kann, so habe moderner Metal heutzutage zu klingen. Natürlich stand der guten alten Dame trotzdem erst einmal das Entsetzen ins Gesicht geschrieben, denn der Opener “Old days born anew” rattert gleich gut los, dem Vorurteil entsprechend eben. Aber spätestens im – mit Sicherheit nicht allerbesten, aber beispielhaften – Refrain zeichnet sich schon die größte Stärke von Textures ab: Die Stimmen von Sänger Eric Kalsbeek und Gitarrist Jochem Jacobs. Überhaupt sind auch Vielfalt und Abwechslung in der Spielweise der Instrumente zwei Sachen, die sich gerne mit dem Genre des härteren Metal beißen, nicht nur laut Klischee. Doch gerade das hebt Bands wie The Ocean, Burst oder Devil Sold His Soul von vielen anderen habt, macht sie eigen und somit wiederum gut. Textures reihen sich da problemlos ein. Und wenn dann noch Omchen in den viel verstreuten ruhigen Parts oder in der wirklich großartig melodiösen Ballade “Awake” etwas der Schock aus dem Gesicht weicht, umso besser.

Zudem ist “Silhouettes” wahrlich kein stadiontauglicher Metal, wie ihn In Flames spielen würden. Dennoch haftet dem Album ebenso eine leichtfüßige Note an, als sei es absolut keine große Kunst, komplexe Melodien einfach und eingängig zu verpacken. Das klingt weder in schleppend ruhigen Passagen aufgeblasen theatralisch, noch verkommen die harten Elemente zu hohlem Gebolze. Besonders deutlich wird das im schon fast sludgigen “One eye for a thousand” und bei der zweiten Halbballade “Messengers”. Das hat mit TV-Panikmache absolut gar nichts zu tun, und selbst die kritische Oma schaut gegen Ende des Albums positiv verdutzt auf, als hätte man irgendwie zu viel versprochen: “Ich dachte, das hört sich alles gleich an, aber der Mann kann ja sogar richtig singen!” Ach was, Oma!? Textures retten dem Metal sein Ruf. Und den der Enkel gleich mit.

Tracklist:
01) old days born anew
02) the suns architect
03) awake
04) laments of an icarus
05) one eye for a thousand
06) state of disobedience
07) storm warning
08) messengers
09) to erase a lifetime

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Rock der Guten Hoffnung

Saturday, May 17th, 2008 at 20:28

| aktueller song: horse the band – murder |

Sevendust – Chapter VII: Hope & Sorrow
Vö: 11. April 2008
Label: 7 Bros. / Asylum / ADA Global / Rough Trade
Länge: 49:40 min
Hit: Inside
Punkte: 6/10

Sevendust - Chapter VII: Hope & Sorrow

Wie heißt es so schön: “Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht, auch wenn er dann die Wahrheit spricht.” In den hohen Etagen der Musikindustrie wird zwar auch viel gelogen, doch die eigentlichen Gefickten sind wie immer die Bands – Spielbälle der Marketingpraktikanten und so Hobbyjournalisten wie uns. Man muss jetzt nur noch das Lügen etwas breiter gefächert sehen: Verkackt man es im Job einmal, gibt es je nach Schwere des Vergehens mit etwas Glück vielleicht noch eine zweite Chance, spätestens danach ist in der Regel Schicht im Schacht. Bei Sevendust müsste eigentlich auch schon längst Feierabend sein, zu lausig und stümperhaft waren “Next” und “Alpha”. Doch das Auffangen gescheiterter Existenzen, dafür steht Sevendusts neues Label Asylum scheinbar ja schon mit seinem Namen.

Überhaupt wird bei diesen ganzen ehemalig erfolgreichen New Rock/Metal-Bands vom Schlage Korn, P.O.D., Ill Niño, Adema oder eben auch Sevendust ziemlich viel Gnade walten gelassen. Das will weder zur realen Praxis der Branche noch zu dem obigen Sprichwort passen, erinnert vielmehr ein bisschen an die Menschen, die unentwegt an das Gute im Menschen glauben, in der Hoffnung, auch Papa Roach würden noch einmal etwas vollbringen. Das dürfte aber eher nicht der Fall sein, gerade in heutigen schnelllebigen Zeiten. Sevendust bemühen sich aber zumindest. Selbst Korn und Limp Bizkit haben sich auf ihren letzten Alben stets zu verändern versucht, das Problem ist aber: Das Soundgewand kaufte ihn keiner ab, weder künstlerisch noch vor der Ladentheke.

Sevendust haben daraus gelernt und setzen an zur Rolle rückwärts. “Chapter VII: Hope & sorrow” ist das, was der Titel verspricht: Reue für die letzten Alben zuvor und Hoffnung, dass alles so werden würde wie früher. Geändert hat sich also auch bei Sevendust so einiges, die Frage ist nur, ob das noch ankommt? Zurückgekommen ist immerhin Alt- und Neugitarrist Clint Lowery und mit ihm auch die etwas kantigeren Riffs aus alten Zeiten. Natürlich leben Sevendust immer noch von ihrem Sänger Lajon Witherspoon, das ist ja auch ihre Berufung, doch wollen sie sich nicht mehr ausschließlich darauf verlassen. Ein paar Klaviernoten, Gastauftritte von halb Alter Bridge und Daughtry, ein paar Effektspielereien und ein kleines Outro können da manchmal schon viel bewirken. Natürlich klingen Sevendust immer noch wie eh und je und vollziehen keine 180-Grad-Wende, wie zum Beispiel Korn neuerdings, riskieren dabei allerdings wenig bis nichts. Vielleicht ist aber auch die Nummer-sicher-Variante nach einem Vertrauensbruch die beste Möglichkeit zurück. Reue zeigen und hoffen.

Tracklist:
01) inside
02) enough
03) hope (feat. mark tremonti of alter bridge)
04) scapegoat
05) fear
06) the past (feat. chris daughtry)
07) prodigal son
08) lifeless
09) sorrow (feat. myles kennedy of alter bridge)
10) contradiction
11) walk away

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Heimat: Welt!

Sunday, May 11th, 2008 at 14:09

| aktueller song: steve von till – willow tree |

Interview mit Björn Kleinhenz
(März 2008)

Björn Kleinhenz

Globalisierung ist ja echt etwas Gutes. Man denke allein nur an das Internet: In Bruchteilen einer Millisekunde zig Mal um die Welt zu fliegen, immer mit Freunden verknüpft, im stetigen Austausch von Tonnen an Bilden, des neusten Lieblingshits der Woche, den brandaktuellsten Lästereien über krumme Beziehungen im Freundeskreis – eben auch wenn die beste Freundin auf der anderen Seite des Globus wohnt. Alles kein Problem mehr heutzutage und kurioserweise ist man sich auf diesem Weg oftmals sogar näher, als man es je zuvor war. Doch nicht nur virtuell wird um die Welt gereist, auch psychisch. Der Großteil einer ganzen Generation befindet sich mehr oder weniger on the road, Hauptsache nicht sesshaft werden. Dörfer werden zu Städten und ganze Metropolen zu kleinen Käffern.

Eigentlich ist Björn Kleinhenz ja Deutscher. Eigentlich. Geboren im mehr als beschaulichen Böblingen bei Stuttgart, zog er schon im jungen Alter von fünf Jahren nach Schweden. Oder besser: Wurde gezogen. Malmö und Göteborg sind nur zwei Stationen, zwischenzeitlich ging es auch noch einmal nach Irland, der Nähe wegen. Wenn man mit ihm spricht, ist er allerdings nicht der Typ, der mit nur Rucksack bepackt im brasilianischen Dschungel den ultimativen Abenteuerkick sucht oder per Anhalter einmal Russland von West nach Ost durchtrampen möchte. Aber vielleicht ist Björn Kleinhenz gerade deswegen ein Symbol für diese neuste Generation der Globalisierung – für die das alles längst Alltag geworden ist. Es scheint nichts Besonderes mehr zu sein, die Länder zu wechseln, den Lebensmittelpunkt ein paar Tausend Kilometer zu verschieben, sich in andere Regionen der Landkarte einzuleben – man macht es einfach. Der soziale und kulturelle Unterschied innerhalb Europas mag nicht so gewaltig zu sein, mögen viele denken, doch kommt im Gegenzug seit Jahren dem Begriff der regionalen Heimat und des Heimatgefühls eine immer stärke Bedeutung zu. Genau dieser Gegensatz wirft Fragen auf.

Björn, du lebst mit Unterbrechung seit vielen Jahren in Schweden. Wie fühlt es sich an zurück nach Deutschland zu kommen?

Ich liebe Deutschland wirklich, aber Zurückzukommen fühlt sich immer an wie auf Besuch vorbeizuschauen. Aber selbst, wenn ich noch so viele Jahre in Schweden leben sollte, spürt man eine ganz besondere Verbindung zu diesem Land. Es ist definitiv anders als wenn man nach Dänemark oder England fährt.

Du bist als Kind nach Schweden gekommen und lebst momentan in Göteborg. Zuvor warst du aber auch in Malmö, zwischenzeitlich sogar in Irland. Was bedeutet Heimatgefühl für dich?

Ich bin jetzt schon längere Zeit in Göteborg, circa seit sechs Jahre. Mittlerweile habe ich auch sehr viele, richtig gute und wichtige Freunde hier und kenne die Stadt sehr gut. Ich glaube, ich identifiziere mich selbst schon zum großen Teil mit dieser Stadt.

Fühlst du dich – wie man so schön sagt – dort auch “zu Hause”?

Ja, auf jeden Fall. Schau an, ich habe dort auch hauptsächlich mit Per-Ola Eriksson, aber auch vielen anderen Freunden das neue Album aufgenommen – das hat richtig Spaß gemacht, das hatte schon fast etwas von einer Hippie-Kommune. Es war mir einfach wichtig, mit Leuten zusammenzuarbeiten, die ich mag. Eben mit Freunden. Und es war mir auch wichtig, dass Album zu Hause aufzunehmen, denn da fühlt man sich wohl – und so sollte ein Album auch klingen.

Es scheint also egal zu sein, welches Wappen der Pass hat oder welches Länderkürzel auf dem Adressaufkleber steht – Björn Kleinhenz bestätigt Kurt Tucholsky, der ja mal sagte: “Freundschaft, das ist wie Heimat”. Grenzen geographischer oder kultureller Natur scheinen längst nur noch Gebilde zu sein, die man sich irgendwo selbst zusammenspinnt. Wichtig ist, dass einen Leute umgeben, die einem ähnlich gesinnt sind. Und genau das macht Björn Kleinhenz auf seinem neuen Album “Quietly Happy And Deep Inside” auch:

“Mein soziales Umfeld mit Freunden und Familie ist mir das Wichtigste im Leben. Egal ob Per Larsson, Therése Kjellvander, Anna Tomlin oder all die anderen großartigen Menschen: Jeder hat dem Album einen ganz besondere Note verliehen. Es war für mich eine große Erfahrung, bei der ich mich selbst und meine Freunde noch besser kennenlernen durfte. Früher war ich ein Kontrollfreak, der alles selbst machen wollte, jetzt habe ich gelernt: Die Dinge werden nicht schlechter, wenn man sie mit den richtigen Leuten zusammenmacht – im Gegenteil: Sie werden sogar besser. Es ist aber natürlich erst einmal hart das zu akzeptieren, ganz abgesehen davon, die Leute auch noch um Hilfe zu bitten.”

Heraus kam ein Album, was nach dem klingt, was es auch im Endeffekt ist: Heimatverbundener Singer/Songwriter aus Schweden, der man aber all das gar nicht so recht anhören mag. Zum einen ist das Album dafür viel zu opulent in seiner Instrumentalisierung und seiner Atmosphäre ausgefallen, zum anderen klingt es auch nicht nach Schweden. Doch die Liebeserklärung steckt im Detail: Dem abschließenden “Tredje Långgatan 26″.

“Das ist mein zu Hause. Eine kleine Hommage. Der Song entstand in dem Raum, in dem wir das Album aufgenommen haben – gleich in der ersten Nacht. Ich habe den Schlüssel vom Besitzer bekommen und der komplette Raum war leer – abgesehen von mir und der Gitarre.”

Doch auch bei aller Liebe zu Göteborg, in der Björn Kleinhenz abseits der Musik als Taxifahrer arbeitet und somit längst eine ganz besonders innige Beziehung aufgebaut hat, ist es eben nicht nur das Regionale was das Heimatliche ausmacht. Das oft strittige “Aus den Augen, aus dem Sinn” wird in globalen Zeiten noch kontroverser und streitbarer. Dass dies trotzdem oftmals nicht der Fall sein muss und wie alltäglich mittlerweile die Kommunikation und das Leben aus der Eingangsszenerie ist, verdeutlicht eine im Grunde ganz banale Frage:

Du wolltest in deinem Leben als Musiker alles selbst kontrollieren und du legst großen Wert auf dein direktes Umfeld, triffst Entscheidungen gerne einfach so direkt abends in geselliger Runde unter Freunden. Dennoch: die wichtigsten Entscheidungen in diesem Zusammenhang, die des Labels und deiner Bookingagentur, werden hunderte Kilometer entfernt in Deutschland getroffen. Wiederspricht sich das nicht?

Das ist eine gute Frage, über die ich eigentlich aber noch nie nachgedacht habe. Ich meine, mein Booker bei Under The Stars, Me! ist wiederum ein guter Freund, ich vertraue ihm. Abgesehen davon sind wir auch täglich in Kontakt, das ist heute kein Problem mehr. Selbst das Cover, was auch eine deutsche Künstlerin gemacht hat, ist ja geographisch ungebunden. Das dauert in Berlin genau so lange wie in Göteborg. Hauptsächlich geht es doch darum mit netten Leuten zusammenzuarbeiten, mit talentierten Leuten. Ich glaube nicht, dass das ein Wiederspruch ist.

Richtig genutzt, kann man auch in der Globalisierung seine Heimat finden.

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Geschüttelt, nicht gerührt

Friday, May 9th, 2008 at 00:45

| aktueller song: japanese sunday – kagaku |

Bodi Bill – Next Time
Vö: 16. Mai 2008
Label: Sinnbus / Al!ve
Länge: 44:07 min
Hit: Henry
Punkte: 6/10

Bodi Bill - Next Time

Komisch Sache, das Cover da. Allein schon, dass die Tracklist vorne drauf gedruckt wurde, ist ja mal was erfrischend anderes. Na ja gut, die halbe zumindest. Aber dazu noch diese Sprüche: “With you there’s no looking back.” Oder: “Nichts / Wird Stattgefunden haben / Außer / Vielleicht / Eine Konstellation” vom Begründer der modernen Lyrik, dem Franzosen Stéphane Mallarmé. Ganz ehrlich: Wir wollen uns gar nicht erst ausmalen, welche “Konstellation” da stattgefunden haben muss, wenn einem dabei dieser weiße – nennen wir das Kind beim Namen: hingewichste – Fleck regelrecht ins Auge springt. Schweinskram, echt ey!

Auch die Musik von Bodi Bill macht auf “Next time” keinen Halt vor Obszönitäten. Nicht, dass die Texte keine Jugendfreigabe bekommen würden oder so. Nein, aber nachdem die zweite Hälfte von “No more wars” schon sehr leidenschaftlich elektronisch war und man dazu bestimmt seinen verschwitzten Körper an einem anderen verschwitzten Körper hätte reiben können, klingt “Next time” noch mehr nach solchen Spontansituationen. Dabei sollte es doch ausnahmsweise gerade nicht darum gehen, jemanden abzuschleppen. Das Problem ist nur: “One or two” oder auch “Needles” klingen so verdammt einladend sexy, dass es gar nicht anders geht.

Bodi Bill sollten eigentlich mehr sein, als drei angesagte Berliner, die ein paar heiße Beats zusammenschustern, die zufällig den Zeitgeist dieses ominösen Indie-Elektro treffen. Und im Grunde wollen sie das auch selbst, denn ansonsten könnten sie es sich sparen, berühmte Leute von anno dazumal zu zitieren und künstlerisch abstrahiertes Sperma auf ihr Cover zu drucken. Bekanntermaßen stehen Bodi Bill diese Momente, in denen der Geist Mallarmés über dem Album schwebt ohnehin viel besser zu Gesicht. Gerade Songs wie “Tip toe”, “Depart” und vor allem “Henry” geben mit ihrer surrealen Art zwischen Emotionalität und Verträumtheit dem Album jene prägende Note, wie das mit “Very small” auf “No more wars” schon der Fall war.

Genau dort schließt sich auch der Kreis mit den Zitaten des Symbolismus. Bodi Bill wollen weder den Stil, noch die Technik in den Vordergrund rücken, es ist ihnen schlichtweg scheißegal, wie man die Musik nun nennen mag. Wichtig ist das ganzheitliche Element. Man könnte behaupten, “Next time” sei nicht so vielfältig wie sein Vorgänger, auch fällt es atmosphärisch weit weniger melancholisch aus. Doch beides wäre nur die halbe Wahrheit. Im Grunde wurde die Musikalität gesteigert, mehr dem Zufall überlassen und auch mehr experimentiert, nur leider ier wieder auf Kosten des Hauptaugenmerks, der intensiven Atmosphäre. Sie klebt bestimmt unter dem Fleck.

Tracklist:
01) one or two
02) needles
03) tip toe
04) sorry to disturb you but i´m lost
05) i like holden caulfield
06) small sorrows, great songs
07) henry
08) depart
09) don´t fool the kids
10) three is a crow

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Alles hat ein Ende …

Tuesday, May 6th, 2008 at 23:18

| aktueller song: mute math – picture |

Interview mit Marcel Detels / Time Has Come
(April 2008)

Time Has Come

Mit “White Fuzz” bringen Time Has Come aktuell ihr Debütalbum heraus, welches sich thematisch hauptsächlich um Vergänglichkeit von allen guten Dingen dreht. Was liegt also näher, als über das Ende der Band zu sprechen. Endzeitstimmung liegt trotzdem nicht in der Luft.

Vergänglichkeit ist ein gutes Thema, denn Bands kommen und gehen. Wie würdet ihr am liebsten von der Bildfläche verschwinden?

Ich bin der festen Überzeugung, dass unser Lorenz den Rest der Band einfach irgendwann killen wird – einen nach dem Anderen, alles nach einem ganz perfiden Plan. Der Typ ist so irre, kriegt von uns dauernd auf den Kopf. Shranz wird sich rächen und irgendwann explodieren, davon gehe ich aus. Naja, die einen tot, der andere in der Klapse oder im Knast. Für unseren Status und die Plattenverkäufe wäre das immerhin super Promo. Nach 35 Jahren hinter schwedischen Gardienen kehrt Lorenz Shranz wieder, bringt seinen teuflischen Auftrag zu Ende und legt auch noch unsere Brüder von War From A Harlots Mouth um – wollen wir mal nicht hoffen, dass andere schneller sind als er. Shit!

Klingt glaubwürdig. Wie erkennt man da nun den Punkt, an dem man aufhören sollte?

Keine Ahnung! Wir sind ja noch relativ jung und haben definitiv nicht den Plan aufzuhören. Ich finde es immer schwierig, wenn man sagt: “Die haben ihren Zenit überschritten.” Soll doch jede Band so lange wie nur möglich ihrer Leidenschaft nachgehen und einfach weitermachen. Den Leuten fehlt es ohnehin an Leidenschaft. Wen zur Hölle hat es also zu interessieren, ob ich 10 oder 15 Platten rausbringe?

Wieso befasst man sich eigentlich schon am auf dem ersten Album mit diesem Thema? Aus Angst im Haifischbecken “Musikbiz” könnte dennoch morgen alles schon wieder vorbei sein?

“White Fuzz” ist weniger eine Reflektion der Musikszene, sondern vielmehr geht es um individuelle Schicksale, die jedem von uns wiedefahren, sicher auch dir. Wir haben wichtige Menschen verloren, Unfälle überlebt und hatten Trennungen zu überstehen. Von dem Gefühl, welches dich nach diesen Ereignissen einschließt und auffrisst, davon handelt das Album. Was in der Musikbranche um uns herum passiert, interessiert mich so stark wie Shranz‘s Hämorriden. Wer soll außerdem dafür sorgen, dass morgen alles vorbei ist? Platten kann ich immer aufnehmen. Mehr als den wilden Haufen hier, brauche ich dafür nicht.

Gut, schlechte Erfahrungen sind immer ein Album wert. Wieso sieht das aber im Detail aus? Was ist daran so interessant?

Wie gesagt, wir haben so unsere Erfahrungen gemacht. Interessant war für mich dabei die Entwicklung hin zu “White Fuzz”. Glück ist niemals für die Ewigkeit und das Gute weilt auch nicht für immer an demselben Ort. Das Szenario rund um Tschernobyl / Prypjat hat uns dabei extrem inspiriert. Schau an, vor der Reaktorexplosion in besagter Region lebten Arbeiter und ihre Familien friedlich und unwissend in der heutigen Geisterstadt Prypjat, um ihre Arbeit zu tun, ihre Familien zu ernähren und um einfach nur zu leben. Risiken und Probleme wurden unter den Tisch der Reichen gefegt und die Arbeiter in Unwissenheit gelassen. Dann hat es plötzlich geknistert und laut geknallt. Alles Vorherige war auf einmal vorbei, weggeblasen und nicht mehr als ein weißes Rauschen.

“Der Gedanke an die Vergänglichkeit aller irdischen Dinge ist ein Quell unendlichen Leids – und ein Quell unendlichen Trostes.”, sagte Marie von Ebner-Eschenbach. Passt ja paradoxerweise. Gibt es trotzdem einen aufmunternden Hoffnungsaspekt?

Ich mein, irgendwas ist ja immer. Was bleibt uns also übrig, als einfach mitzuschwimmen und weiterzumachen?

Und in der Musik? Da gibt es doch auch Tonnen von Bands. Wird Musik auch vergänglicher?

Ja, leider! Wenn ich überlege, auf wie vielen Myspace-Profilen man am Tag vorbeisurft und jedesmal nach zehn Sekunden von der Musik zugeblasen wird, die dann auch noch genauso klingt wie auf jedem Profil, welche ich schon gestern besucht habe. Das ist doch ernüchternd. Besonders schade ist das, weil zwischen dem ganzen Einheitsbrei ja auch wahre Perlen nur darauf warten, entdeckt zu werden. Der Markt ist komplett übersättigt. Aber: Den letzen fressen die Fliegen! Qualität wird sich durchsetzen.

Optimistisch. Wieso vergehen dann aber immer nur gute Sachen, schlechte scheinbar nie?

Gute Frage! Die Menschen suchen in ihrem Leben nach dem Schlechten. Jeder braucht Gründe, um unzufrieden zu sein. Ich mag es nicht, wenn sich meine Mitmenschen über alles und jeden beklagen. Gerade in Deutschland ist das schlimm. Und? Führt das zu etwas? Bestimmt nicht. Ich möchte mich hingegen so gut es geht davon freimachen, was natürlich nicht immer möglich ist. Das Schlechte holt einen immer wieder ein, denn wo das Gute ist, ist auch das Böse – sagte schon He-Man. Und der ist mindestens genauso wichtig wie von Ebner-Eschenbach.

Das klingt alles sehr negativ. Bei welchen Sachen sollte man allerdings froh sein, dass sie endlich vorbei sind?

Regenwetter. CDU-Regentschaft. Hunger.

Und andersrum: Was sollte nie zu Ende sein?

Respekt – vor seinen Mitmenschen. Liebe – für die, die es verdienen.

Wäre zu schön, aber ist Vergänglichkeit nicht die einzige Beständigkeit der Natur?

Wenn Frau von Ebner-Eschenbach das sagt … Aber ja, ich denke das kann man so stehen lassen. Aus der Physik wissen wir: Auf eine Aktion folgt eine Reaktion. Es scheint also so: Die Dinge nehmen einfach ihren Lauf. Nach einem Niederschlag folgt der Wiederaufbau, nach einer Trennung eine neue Beziehung, nach dem Leben der Tod.

Gut, und wie lange gibt es euch dann noch?

Bis wir sterben!

Eine Ausnahme fällt mir noch ein: “Worte sind die einzigen Dinge, die nie vergehen”, sagt zumindest der Volksmund. Eure Letzten für die Nachwelt …

Worte verwehen wie Wind am Meer, gerade das habe ich festgestellt. “Was kümmert mich mein Geschwätz von gestern?”, nach dieser Maxime scheinen einige Menschen ganz gerne zu leben. Ich kann und will das nicht!

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Rand der Verzweiflung

Saturday, May 3rd, 2008 at 21:42

| aktueller song: emmure – rough justice |

Boris – Smile
Vö: 02. Mai 2008
Label: Diwphalanx / Southern Lord / Soulfood
Länge: 47:59 min
Hit: Flower Sun Rain
Punkte: 6/10

Boris - Smile

Plattentests.de geht auf sein 10-Jähriges zu – fast 10 Jahre Fakten, Kritiken und vor allem knapp 10 Jahre lang unfehlbare Meinungen. Wenn irgendjemand etwas nicht wusste – wir taten es! Nun, kurz vor dem Jubiläum, der Schock: Auch wir kommen an unsere allwissenden Grenzen. Dabei kamen wir bisher immer mit allem zurecht. Nicht umsonst sagt man uns nach, wir hätten Karlheinz Stockhausen verstanden und könnten alle Taktwechsel von The Mars Volta im Tiefschlaf nachklatschen. Doch der Goliath wurde von Boris ins Wanken gebracht.

Denn jetzt mal im Ernst: Wer auch nur ansatzweise noch durchblickt, wann Boris was, wie, in welcher Form und Version und vor allem wo veröffentlicht haben, kann uns gerne eine Liste schicken. Wir verzweifeln bis dahin weiter an “Smile”. Allein schon der dicke, einfach gestaltete, gelbe Smiley auf der Rückseite des Covers schreit einem sein schadenfrohes “Friss und/oder stirb!” unerbittlich entgegen. Boris überfordern erneut auf ganzer Linie – und haben dabei noch sichtlich Spaß. Dass die Band mittlerweile zwischen Doom, Sludge, Ambient, Noise oder zur Abwechslung auch einmal stinknormalem Rock bisher alles gespielt hat, ist ja klar. Auch, dass man nie weiß, wohin die Reise mit einem neuen Album gehen wird. Aber bei “Smile” weiß man ja noch nicht einmal, ob man überhaupt das richtige Album in der Hand hat! Und dann gleicht noch nicht mal eine Version der anderen.

So unterscheidet sich die Tracklist der US-Version grundlegend von der, die über Diwphalanx veröffentlich wird. Auf Vinyl sieht das ganze noch schlimmer aus. Gehen wir von unserer Version aus, geht das Album mit “Flower sun rain” – einem Pyg-Cover – los. Was wiederum von den Verhältnissen her etwa so ist, als würde eine x-beliebige Underground-Band Pink Floyd covern, sprich: Meist kommt dabei nichts Gutes raus! Aber wenn man die Originale nicht kennt, klingen sie trotzdem ganz ordentlich. So auch hier. Zudem erinnert der Song an die “Rainbow”-Aufnahmen, da auch hier wieder Michio Kurihara mit seiner sägenden Gitarre präsent ist. Doch das war es dann fürs Erste auch mit psychedelic. Denn der Mittelteil und die Single “Statement”, die scheinbar auch nur ein abgewandelter Mix der Japan-Version von “Message” ist, der wiederum auch unter den Titeln “Messeeji” oder “メッセージ” kursieren könnte … wie auch immer: Ja, der rockt! Klingt zwar dreckig nach Proberaum, abermals einem nervenden Gitarrengequietsche und einem schwülstigen “Uou, uou!”, ist aber trotzdem urst sympathisch.

Schließlich zeichnet ja genau dieser Charakter Boris seit Jahren aus. Da folgt dem abwechslungsreichen “My neighbor Satan” ein “Ka re ha te ta sa ki no ones griev”, welchem so ein sackgängiges Gitarrenfiepen aufgesetzt wurde, dass man zwar das Ende herbeisehnt, aber auch genau weiß: Das sind Boris, die müssen auf die Nerven gehen! Da darf es gerne summen und brummen, teilweise sehr nach Demo(aufnahme) klingen. Zudem hat man bei dem Veröffentlichungs- und Kollaborationswahn der Band nie das Gefühl, dass Boris stillstehen würden. So wird auf “Smile” seit Langem wieder in jedem Lied Gesang eingesetzt, und auch die wirre Veröffentlichungspolitik suggeriert immer noch Individualität. Boris sind halt einfach Musik-Nerds – die sogar uns Alles-Immer-Besser-Wisser nach so langer Zeit noch an den Rand der Verzweiflung treiben.

Tracklist:
01) flower sun rain
02) buzz-in
03) laser beam
04) statement
05) my neighbor satan
06) ka re ha te ta sa ki no ones griev
07) .

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Hier kommt die Maus

Friday, May 2nd, 2008 at 00:30

| aktueller song: sleepmakeswaves – exits to nowhere |

This Will Destroy You – This Will Destroy You
Vö: 11. April 2008
Label: Magic Bullet / Indigo
Länge: 51:29 min
Hit: A Three-Legged Workhorse
Punkte: 6/10

This Will Destroy You - This Will Destroy You

“Dasselbe und das Gleiche sind das Gleiche, aber nicht dasselbe!”, hat uns jahrelang die alte Lehrerhippe einzutrichtern versucht, während wir uns unentwegt wie U-Boote anglotzten und fragten, was die um Himmels Willen überhaupt von uns will. Für uns war das immer das Gleiche, ähh dasselbe: Nämlich Bahnhof! Jede dämliche Eselsbrücke versagte, und erst die einzige sinnvolle Sendung im deutschen Fernsehen konnte uns vor dem dummen Tod bewahren: Die Sendung mit der Maus. “Tina und Karin haben den gleichen, nicht denselben Pulli an, sonst würden sie zusammen in einem Pulli stecken.”, hieß es dort sinngemäß. Klingt sogar für Begriffsstutzige logisch, oder?

Übertragen heißt das jetzt: This Will Destroy You und die anderen achtausend Postrock-Bands machen die gleiche, spielen aber eben nicht dieselbe Musik, sonst würde ja zum Beispiel “C.C.S dogbook” von The Evpatoria Report oder sowas rauskommen. Kommt aber nicht – und klingt dennoch gleich. Jetzt gucken bestimmt manche ebenso verstört fragend aus der Wäsche wie wir damals auf der Schulbank, aber so schwer ist das gar nicht, wenn man das ein paar Mal leise vor sich hinspricht oder wir uns eben auf die Spuren der aufklärerischen Maus begeben. Versuchen wir es.

“Das sind This Will Destroy You. Die sind aber ganz lieb. Und sie sind eine Band aus Texas und machen Musik ohne Gesang. Hört sich erst einmal komisch an, ist es aber nicht. Das machen mittlerweile viele Bands. Ganz viele. Und genau das ist auch das Problem. Mutti sagt immer: Die klingen doch alles gleich. Damit hat sie Recht. Die geben sich immer nur andere Namen, die dann noch komisch sind: Godspeed You! Black Emperor, Meanwhile, Back in Communist Russia … oder Yndi Halda. Kann doch keiner aussprechen. Die sagen dann auch, sie konzentrieren sich auf die Musik, können aber nur nicht singen. Kurzfassen können sie sich auch nicht und spielen deswegen immer so endlos lange Lieder. Das nervt manchmal. Erst wird es ganz leise und dann machen sie wieder nur Krach. Das machen alle Bands so. Das bedeutet dann: Sie machen alle das Gleiche. Würden sie dasselbe machen, wären sie ja auch eine Band. Sollten wir doch Unterschiede finden, dann erfahrt ihr das beim nächsten Mal.”

Auf Anraten der Maus haben wir dem selbstbetitelten Debüt von This Will Destroy You noch eine Chance gegeben, aber: Nein! Die wirklich großartigen Melodien wie zum Beispiel in “A three-legged workhorse” hat mittlerweile jede Postrock-Band irgendwo auf ihrem Album, egal wer das nun ist. This Will Destroy You erkennen vielmehr ihre eigenen Stärken noch nicht, die da ganz klar in den elektronischen Spielereien liegen. In “They move on tracks of never-ending light” werden sie zwar angedeutet, aber eben nicht mehr. Hat uns die Maus mal wieder was gelernt.

Tracklist:
01) a three-legged workhorse
02) villa del refugio
03) threads
04) leather wings
05) the mighty rio grande
06) they move on tracks of never-ending light
07) burial on the presidio banks

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