Archive for November, 2006

Herrschaftszeiten

Thursday, November 30th, 2006 at 23:55

| aktueller song: downset – no home |

P.O.D. – Greatest Hits (The Atlantic Years)
Vö: 17. November 2006
Label: Rhino / Atlantic / Warner
Länge: 63:01 min
Hit: Rock The Party (Off The Hook)
Punkte: 4/10

P.O.D. - Greatest Hits (The Atlantic Years)

“Ein Lächeln der Liebe ist ermutigender als eine Million Worte”, belehrt uns Sonny von den Berufsethikern und Profichristen P.O.D. schon im Beipackzettel. Haja, soweit so gut. Und nun? Bei allem Respekt, aber das würde die ganze Sache doch etwas zu einfach machen, oder? Ein etwas schräges Augenbraunverziehen und nebenbei leicht grimmig-gequält schauen würde uns auch circa 2.500 Zeichen ersparen und die erste Best-Of-Platte von P.O.D. trotzdem auf dem Punkt bringen. Oder gar noch einfacher: :-/ … Fertig.

Doch ziehen wir das jetzt nicht weiter durch den Kakao, denn eigentlich bezieht sich dieses Zitat auf “Going in blind”, das eine der zwei neuen Lieder, in dem es um die Traumatisierung einer Mutter nach dem Verlust ihres Kindes geht. Thematisch schwere Kost zu melodisch-eingängigen Tönen dieser Powerballade. Unter diesem Gesichtspunkt geben wir Sonny also doch noch einmal Recht. Aber schon im ebenfalls neuen “Here we go”, das mit seinem Mitsing-Refrain als Outtake der “Testify”-Aufnahmen diesem aber durchaus gut getan hätte, wird das grundlegende Problem wieder deutlich: einfache Konsensattitüde.

Und beim Beschreiben, wie genau diese aussieht, da können wir es uns diesmal wirklich etwas einfacher machen, denn Songs wie das dreiviertelstpeinliche “Boom”, die Man-kann-es-bald-echt-nicht-mehr-hören-Hitsingle “Alive” oder das mit Kinderchorpathos verunstaltete “Youth of the nation” dürfte jeder, wirklich jeder, kennen und auswendig rückwärts mitsingen können. Selbst jene, die eigentlich nicht viel von derartiger Plakativität hielten, konnten kaum das verspätete Durchbruchsalbum “Satellite” ignorieren, von dem auf dieser Best Of zusätzlich noch der Titeltrack vertreten ist. Man darf sich an dieser Stelle zurecht fragen: Was hat das dort verloren?

Dasselbe könnte man sich getrost auch beim Boom-Gerappe in “Roots in stereo” und dem völlig hohlen “Lights out” vom schwachen “Testify” fragen, in dem Paul “Sonny” Sandovals wirklich besser beraten gewesen wäre, seine Worte für sich zu behalten. So ist es schlußendlich auch wenig verwunderlich, daß die stärksten Songs eindeutig die aus den längst vergangenen New-Metal-Tagen sind. “Rock the party (Off the hook)” erscheint in der überarbeiteten 2006-Version etwas rasanter und verspielter, und das aufmotzte “Southtown” ist der einzige Beleg dafür, daß P.O.D. früher tatsächlich wesentlich rockiger zu Werke gingen. Und wenn man einmal gerade bei diesem Thema ist: Wo ist eigentlich “School of hard knocks”? Aber der wurde bestimmt absichtlich vergessen, weil das die einzige Single war, die nicht den “US Hot Mainstream Rock Tracks”-Charts vertreten war. Konsensmusik eben.

Tracklist:
01) southtown
02) boom
03) going in blind
04) roots in stereo
05) alive
06) youth of the nation
07) sleeping awake (from “the matrix reloaded: the album”)
08) rock the party (off the hook)
09) lights out
10) goodbye for now
11) execute the sounds
12) will you
13) truly amazing (from “the passion of the christ: songs”)
14) satellite
15) set your eyes to zion
16) here we go
17) if it wasn’t for you

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Haha, du blutest!

Monday, November 27th, 2006 at 22:36

| aktueller song: russian circle – carpe |

Severance – Ein blutiger Betriebsausflug
Vö: 30. November 2006
Verleih: HanWay / Splendid
Genre: Horror-Satire | GB 2006
Länge: 92 min
Regie: Christopher Smith
Drehbuch: Christopher Smith, James Moran
Musik: Christian Henson
Kamera: Ed Wild
Schnitt: Stuart Gazzard
Darsteller: u.a. Danny Dyer, Laura Harris, Toby Stephens, Tim McInnerny, Claudie Blakley, Andy Nyman
Punkte: 7/10

Severance

Handlung:

Eigentlich sollte es ganz normaler Betreibsausflug des internationalen Rüstungskonzerns Palisade Defence werden. Ein Wochenende in einem ungarischen Landhaus zur Stärkung der Teammotivation. Doch für gewöhnlich würde das dann alles etwas anders ablaufen. Schon auf der Hinfahrt werden die Blondine Maggie und die Jungfer Jill pausenlos angegraben, PC-Guru Steve schluckt eine Droge nach der anderen und schaut sich schon einmal im Internet nach willigen Frauen um. Das kann ja heiter werden. Denn obendrein entpuppt sich das angebliche Luxusanwesen als billige Ostblockabsteige. Und ziemlich schnell stellt sich auch raus, dass hier tatsächlich etwas faul ist. Der Verdacht, dass das Haus früher ein Quartier von Elite-Kriegsoldaten war, dürfte sich eher bewahrheiten, als die einer Pornounterkunft – zum Leidwesen von Steve. Denn auch er muss von nun an um sein Leben kämpfen und zusehen, wie allerhand Blut fließt. Aber selbst das scheint seine guten und witzigen Seiten zu haben.

Hintergrund:

Christopher Smiths Herangehensweise an “Severance” ist einfach und offensichtlich, aber unbekümmert und witzig zugleich. Er wollte einen Film drehen, der den täglichen Wahnsinn des Fernsehen widerspiegelt: Gewalt, Erotik und Komik. Mit dieser einfachen, aber wirksamen Mischung sorgte “Severance” schon als würdiger Eröffnungsfilm des Fantasy Filmfest 2006 mächtig für Furore. Doch auch abseits jener Genrefans dürfte dieser Horrorspaß einige Wirbel schlagen, denn sein mächtig böser britischer Humor übt durchaus scharfzüngige politische und cineastische Realsatire. Gerade während der Veränderungen im Zuge des Post-”11. September”-Films setzt “Severance” politische Akzente: Die Waffenindustrie hat Macht ohne Ende, aber keinerlei Verantwortung. Und auch kein Verstand.

Sinn:

Es ist wieder einmal die alte Binsenweisheit, dass die Stärke eines Films auf seinen Charakteren beruht. Und wieder bewahrheitet sie sich. Die sieben Palisade-Defence-Mitarbeiter sind skurril, witzig, gar sarkastisch, extrem unterschiedlich und passen ganz und gar nicht zusammen in ein Team. Beste Voraussetzungen also. Dass zusätzlich noch jedes Klischee bewusst doppelt und dreifach ausgespielt wird, bedeutet in diesem Film durchweg Gutes. Doch trotz allem Witz, englischem Humor und einer Menge Seitenhiebe, wird stets die Balance zwischen Splatter, Horror und Komödie bewahrt. Erstaunlich ist zudem, dass alle Effekte und Pointen so zielgerecht gesetzt werden, dass stets im richtigen Moment der Bogen zur Handlung zurückgefunden wird, ohne dass der politisch unkorrekte Witz oder aber die Masse an vergossenem Blut übertrieben wird. Sicherlich gibt es einige Schwächen in der nicht wirklich außergewöhnlichen Story, aber der Film steigt und fällt bekanntlich mit seinen Figuren. Und die sind geschmacklos, verrückt und am Ende von Blut überströmt. Genau so muss das sein!

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Hardcore in 3 Akten

Saturday, November 25th, 2006 at 20:07

| aktueller song: sepultura – ratamahatta |

No Turning Back – Holding On
Vö: 27. Oktober 2006
Label: Reflections / Cargo
Länge: 24:39 min
Hit: This World Is Mine
Punkte: 5/10

No Turning Back - Holding On

Das Gute:
Engagierter und bodenständiger Hardcore der alten Schule kommt schon lange nicht mehr ausschließlich aus New York. Die Niederländer von No Turning Back stehen aber trotzdem ganz in der Tradition ihrer amerikanischen Vorbilder. Und das hört man. Was aber wiederum nichts Schlimmes ist, da Größen wie Madball durchaus das Wasser gereicht werden kann. Hinzukommt, dass weder aufgesetzt wirkende Texte noch billiges Posertum der Band eine Menge Authentizität verleihen. Auch das in diesem Genre außergewöhnlich künstlerische Cover und Artwork wirkend durchaus erfrischend.

Das Mittelmaß:
Es liegt nun im Auge des Betrachters, ob es sich bei “Holding On” um ein konsequenten “wir ziehen unser Ding strikt durch”-Album handelt oder um Stagnation und Einfallslosigkeit. Egal für was man sich letztendlich entscheidet, wirklich Neues wird so oder so nicht geboten. Das ist im Grunde auch nicht nötig, denn ohnehin gehören No Turning Back im Old-School-Bereich noch zu den dynamischsten Bands. Relativ betrachtet. So reicht die Palette vom schnellen “This World Is Mine”, über Moshparts in “Sick And Tired” hin zu diversen Gastauftritten von unter anderem dem Champion-Sänger Aram Arslanian (“Alive Or Dead”), Saki von Shattered (“Nothing Changes”) oder auch Pjotr van Gerwe von Enemy Ground (“Thief”), die dem ganzen noch etwas mehr Variabilität und Abwechselung bescheren.

Das Schlechte:
Das Old School Hardcore nie einen Innovationspreis gewinnen wird, dürfte jedem klar sein, da schnörkellose und rohe Instrumentalisierung der Sinn und Zweck der Geschichte sind. Doch wenn sich dazu noch eine recht monotone und farblose Stimme gesellt, dann reißt das weder sonderlich mit noch dürfte die Halbwertszeit relativ lang ausfallen. Und so bleibt trotz aller Ernsthaftigkeit und positiver Bodenständigkeit der gewisse Arschtritt an Intensität aus, der gerade im Hardcore eigentlich unverzichtbar ist.

Tracklist:
01) picture perfect smiles
02) this world is mine
03) two steps ahead
04) wicked ways
05) sick and tired
06) nothing changes
07) forever in denial
08) alive or dead
09) thief
10) take your guilt
11) find another day
12) is this it?
13) open your mind
14) what’s waiting ahead?

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Hell / Dunkel

Friday, November 24th, 2006 at 00:02

| aktueller song: heaven shall burn – armia |

Audrey – Visible Forms
Vö: 17. November 2006
Label: Tendervision / Sinnbus / Al!ve
Länge: 42:31 min
Hit: Traverse
Punkte: 7/10

Audrey - Visible Forms

“I’m alive!” Das ist vielleicht die trivialste Erkenntnis überhaupt. Offensichtlich, abgedroschen und nichtssagend zugleich. “Genieße Dein Leben jetzt, in diesem Moment!” Völlig hohl im Grunde, diese Aussage, aber doch irgendwie der Sinn der Geschichte. “I’m alive!” Und so verfolgen einen diese mehr oder weniger weisen Worte eine scheinbar endlose Zeit. Zu dominant, zu eingängig und fast zu schön stechen sie in dieser wieder und wieder gesungenen, femininen Mehrstimmigkeit aus “Treacherous art” hervor. Nachdenkliches Kopfkino ist dabei vorprogrammiert.

Das Problem ist aber, daß man sich nicht entscheiden kann, welcher Film dabei nun läuft. Stets ist man hin- und her gerissen zwischen seinen Emotionen und Gedanken: Minimalistische Schönheit oder unnahbare Leere? Romantisch oder nihilistisch? Aufbauend oder niederschmetternd? Märchenhaft träumerisch oder verhängnisvoll dunkel? Gute oder schlechte Stimme? Intim oder kühl? Süß oder bitter? Hinz oder Kunz? Eigentlich ist das alles völlig schnuppe, denn Audrey haben schließlich vorgemacht, auf was es ankommt: auf das Wesentliche. We’re alive. Und “Visible forms” ist ein verdammt schönes Stück Musik. Punkt.

Es scheint natürlich reichlich einladend, sich zu der zurückhaltenden Musik von vier Schwedinnen in novemberlicher Schwermut und Tristesse zu verlieren und sehnsüchtig von besseren Zeiten zu träumen. Doch da muß mehr sein. Und das ist es auch, ansonsten würde “Views” nämlich am Ende auch nicht vergleichsweise ausufern und vorsichtig optimistische Töne anschlagen. Selbst “The significance of being overt” würde anderenfalls auch weniger fröhlich hübsch erklingen. Hoffen und Bangen kann oft so nah beieinander liegen.

Selbst Victor Hugo erkannte schon, daß Melancholie das Vergnügen ist, traurig zu sein. Audrey transportieren nun diese alte Weisheit in das Hier und Jetzt und lassen im abschließenden “Traverse” die Grenzen völlig verschwimmen und verschwinden. Abermals verfällt man aufgrund der schleppend dunklen Instrumentalisierung in diese niedergeschlagene Stimmung, bevor einem diese unterschwellige und überempfindlich zarte Melodie das Wasser in die Augen treibt. Nur warum, daß weiß keiner so recht. Vielleicht aus Freude? Vielleicht aus Trauer? Vielleicht ist es auch vollkommen egal. Hauptsache, man genießt den Moment. Man lebt schließlich nur einmal.

Tracklist:
01) mecklenburg
02) views
03) six yields
04) treacherous art
05) the significance of being overt
06) plain pieces
07) leaving/letting go
08) vague
09) traverse

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Unheilbar

Thursday, November 23rd, 2006 at 18:41

| aktueller song: a whisper in the noise – tango |

Killswitch Engage – As Daylight Dies
Vö: 17. November 2006
Label: Roadrunner / Universal
Länge: 43:39 min
Hit: Desperate Times
Punkte: 5/10

Killswitch Engage - As Daylight Dies

Die Nachricht ist bitter, aber manchmal spielt einem das Leben eben einen Streich, und das Schicksal meint es nicht so gut mit einem. So geschehen bei Killswitch Engage. Höhenflüge hoch und höher, verbale und finanzielle Lorbeeren und ein Blitzlichtgewitter der Metalcore-Mädels aus Reihe eins. Doch jetzt die erschreckende und schockierende Diagnose: Killswitch Engage sind am Korn-Syndrom erkrankt.

Hier ein kleiner Auszug: Korn-Syndrom, das; (Med. Krankheitsbild) exemplarisch benannt nach der amer. Metalband Korn; beschreibt den Karriereverlauf in 3 Phasen: 1: Erfolg (-> Ruhm) 2: Stagnation (-> Stillstand) 3: Irrelevanz (-> Unbedeutendheit); heutzutage unheilbar.

Die Frage ist jetzt eigentlich nur noch, in welchem Stadium sich die Band gerade befindet, und da spricht “As daylight dies” eine ziemlich eindeutige Sprache. Es dauert über 35 ellenlange Minuten, bis sich zum ersten Mal der Verdacht ins Gehirn schleicht, daß sich Killswitch Engage weiterentwickeln wollten. “Desperate times” wirkt schleppend, dunkel, verzweifelt im Geschrei und in der Melodie, nachdenklich im instrumentalen Mittelpart und fast atmosphärisch am Ende. Tja, doch das ist auch schon so ziemlich alles an Neuerungen. 4:25 Minuten an Hoffnungsschimmer, daß die erste Diagnose doch noch widerlegt wird. Aber Pustekuchen.

Hört man die restlichen zehn Songs, dürfte man ziemlich schnell und einstimmig erkennen, daß bei Killswitch Engage die Symptome schon erstaunlich fortgeschritten sind und sich das Korn-Syndrom längst im zweiten Stadium befindet. Hier wird alles vereint, was das Synonymwörterbuch unter Stillstand und Stagnation noch so ausspuckt. Vorhersehbarkeit inklusive. Die schon bekannten aggressiven Seiten werden in “This is absolution” noch einen Prozent härter gehämmert und im Gegenzug werden die auch schon bekannten Poppigeren einen Prozent poppiger geträllert (“The arms of sorrow”). Aber in der Summe dürfte das dann wiederum vernachlässigbar sein.

Und wenn schon nichts Neues geboten wird, dann sollten wenigstens wie noch auf “The end of heartache” einige Überhits vertreten sein. Doch auch diese sucht man ebenso vergeblich. Und so werden wieder einmal die Genre-Erfinder zum Sklaven ihrer selbst. Das klingt dann zwar immer noch gut, aber die Phase 3 des tragischen Karriereverlaufs ist meist trotzdem unaufhaltbar. Und da hilft jetzt auch kein Impfen mehr.

Tracklist:
01) as dayligth dies
02) this is absolution
03) the arms of sorrow
04) unbroken
05) my curse
06) for you
07) still beats your name
08) eye of the storm
09) break the silence
10) desperate times
11) reject yourself

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Hits dont’t lie

Sunday, November 19th, 2006 at 03:20

| aktueller song: porcupine tree – lazarus |

Placebo, White Rose Movement
12. Oktober 2006 – Erfurt, Messehalle

[mygal=placebo01]

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Zum Mensch verdammt

Thursday, November 16th, 2006 at 23:53

| aktueller song: grails – dargai |

Transmission0 – Memory Of A Dream
Vö: 24. November 2006
Label: Go-Kart / Rough Trade
Länge: 64:22 min
Hit: Token (Feat. Steve Austin Of Today Is The Day)
Punkte: 6/10

Transmission0 - Memory Of A Dream

“Manntje, Manntje, Timpe Te, / Buttje, Buttje in der See, / Myne Fru de Ilsebill / Will nich so, as ik wol will”

Sicher hat jeder diese bekanntesten Zeilen aus dem Märchen “Vom Fischer und seiner Frau” von den Gebrüdern Grimm schon einmal gehört. Vielleicht kennen auch Transmission0 sie. Vieles deutet zumindest daraufhin. Aber selbst wenn nicht, so zeigen dennoch die Grundaussagen des Märchens und des neuen Albums “Memory of a dream” erstaunliche Parallelen auf. Ob nun gewollt oder rein zufällig, wer weiß?

Das zweite Album von Transmission0 setzt genau am Ende der Geschichte ein. Der Fischer versteht seine größenwahnsinnige Frau nicht mehr, und der Himmel und das Meer sind längst topfschwarz vor Maßlosigkeit. Selbst die schaumigen Wellen auf dem Cover sind schon mehr grau als rauschend weiß. “Cocoon” führt diese extrem düstere Kupferstichstimmung fort und leitet zudem die essentielle Frage nach dem Sein ein. Schleppend und dunkler als Cult Of Luna wird der Frage nach den Zwängen und Grenzen der Menschen selbst nachgegangen. Aber trotz einiger melodisch gesungener Passagen dürften die Antworten mit Sicherheit eher ernüchternd und deprimierend ausfallen.

Anders könnte man sich zumindest nicht erklären, wo dieses verhaßte Geschrei im Isis-Stil zu diesem bedrohlich Rhythmus herkommt. Hinzu kommt wieder einmal die Erkenntnis, daß der Mensch zum Leben auf der Erde verdonnert ist. Freiheitliches Fliegen wie ein Kondor soll uns auch weiterhin vorenthalten bleiben (“Condor”), genauso wie die ohnehin nicht vorhandenen fröhlichen Momente auf dieser Platte. Selbst die beiden verträumten Interludes “Dreams1″ und “Dreams2″ erklingen eher als schmerzverzerrter Rückblick an die einstigen Erinnerungen schöner Träume. “Staring into a dying light”. Deprimierend.

Dem ganzen setzt das 11-minütige “Token” die hoffnungslose Melancholiekrone auf. Sachte, ganz sachte beginnt der sich stetig steigernde Rhythmus, untermalt von der verzweifelten Stimme von Steve Austin (Today Is The Day), bevor alle Instrumente ausbrechen, um dann langsam zu verstummen. Leeres, dunkles Nichts bleibt zurück, gerade wenn man zuvor das emotional vielseitigere Debüt “0″ gehört hat. Aber so ist das nun einmal: “Confined to the vastness of infinity”. Und genau das hat sich der Fischer bei seiner Frau sicher auch gedacht.

Tracklist:
01) cocoon
02) condor
03) paracas
04) dreams1
05) fragments
06) dying lights
07) dreams2
08) damn machines
09) unrem
10) token (feat. steve austin of today is the day)

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Polarlichter

Monday, November 13th, 2006 at 00:01

| aktueller song: the end – fetesque |

Audrey – Visible Forms
Vö: 17. November 2006
Label: Tendervision / Sinnbus / Al!ve
Länge: 42:31 min
Hit: Traverse
Punkte: 7/10

Audrey - Visible Forms

Jaja, Schweden wieder: hübsche Frauen, endlose depressive Wälder, schwere Nachdenkmusik. Wintermelancholie pur. Schönes Klischee jedenfalls. Und doch trifft irgendwie alles zu. Andererseits wiederum auch gar nichts. Denn unter dieser Fassade von “Visible Forms” steckt wahrhaftige Schönheit, statt pechschwarzem Nihilismus. Und die Einfachheit des intelligenten Pop und die Kunst der Zurückhaltung zugleich. Ausufern und tonnenschwere Nachdenklichkeit verbreiten können schließlich andere. Zwar wirken schleppende und sachte Melodien, der mehrstimmige und bittersüße Fraungesang zu bedrückenden Klaviernoten, sowie Streichern und Bläsern ebenso emotional, doch trotz allem ist die eingängigste Zeile des ganzen Albums die Erkenntnis “I’m alive!”. Also muss schließlich auch etwas Positives hinter all dem Düsteren stecken. Und auch im abschließenden und dramaturgisch arrangierten “Traverse” blitzt trotz erdrückender Zurückhaltung wieder für wenige Augenblicke diese ganz subtile und wunderschöne Melodie auf. Melancholie kann manchmal so was Schönes sein. Und Schweden sowieso.

Tracklist:
01) mecklenburg
02) views
03) six yields
04) treacherous art
05) the significance of being overt
06) plain pieces
07) leaving/letting go
08) vague
09) traverse

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Altherrenmetal

Sunday, November 12th, 2006 at 02:23

| aktueller song: transmission0 – dream1 |

Unholy Alliance: Slayer, In Flames, Children Of Bodom, Lamb Of God, Thine Eyes Bleed
26. Oktober 2006 – Erfurt, Messehalle

[mygal=unholytour01]

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Wohnzimmerstimmung

Saturday, November 11th, 2006 at 02:53

| aktueller song: dredg – sang real |

Lampshade
28. Oktober 2006 – Erfurt, Museumskeller

[mygal=lampshade02]

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