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The Wicker Man
Vö: 02. November 2006
Verleih: Warner
Genre: Mystery-Thriller | USA 2006
Länge: 102 min
Regie: Neil LaBute
Drehbuch: Neil LaBute, Anthony Shaffer
Musik: Angelo Badalamenti
Kamera: Paul Sarossy
Schnitt: Joel Plotch
Darsteller: u.a. Nicolas Cage, Kate Beahan, Ellen Burstyn, Frances Conroy
Punkte: 4/10
Handlung:
Eigentlich wollte Polizist Edward Malus nur einem kleinen Mädchen ihre Puppe wiedergeben, die sie auf dem kalifornischen Highway aus dem Autofenster hat fallen lassen. Doch als er den Wagen anhält, rast wenige Sekunden später ein außer Kontrolle geratener Truck ungebremst in die Kombi-Limousine. Das Auto fängt Feuer und explodiert noch bevor Edward das Kind und ihre Mutter befreien konnte. Monatelang steht der Polizist unter Schock und schluckt Tabletten, bevor er unerwartet eine zweite Chance bekommt. Von seiner Ex-Verlobten Willow bekommt er einen zweifelhaften Hilferuf, dass ihre Tochter verschwunden sei und Edward der einzige sei, dem sie vertraue. Sofort macht er sich zu der Privatinsel “Summersisle” auf. Ein Ort, an dem noch immer eigentümliche Traditionen bewahrt werden und nichts so ist, wie es scheint. Doch von der Tochter ist weit und breit keine Spur, selbst die Einwohner wissen angeblich nichts über sie. Doch je näher der “Tag des Todes und der Wiedergeburt” rückt und je weiter sich Edward in die Geheimnisse der Inselbewohner vortastet, desto näher kommt er dem verschwundenen Kind auf die Spur. Aber auch dem Wicker Man.
Hintergrund:
“The Wicker Man” ist eine amerikanische Neuauflage des gleichnamigen britischen Horror-Films aus dem Jahre 1973, der in den USA mittlerweile ein Underground-Klassiker ist. Damals kam diesem Film besondere Brisanz zu, weil er im Zuge der sexuellen Revolution die aufkommende Frauenbewegung thematisierte und die Geschlechterrollen neu verteilte. Umstritten war deswegen auch die Rolle der Ex-Verlobten, insbesondere deren Nackttänze. Der amerikanische Regisseur Neil LaBute setzt anno 2006 nun mehr auf Thrillerelemente, statt reiner Provokation, was einerseits aber verwunderlich ist, da gerade jener durch streitbare Theaterstücke sich einen Namen gemacht hat.
Sinn:
Am Anfang scheint alles gut zu sein. Die Exposition in die dramatische Handlung lässt Gutes vermuten, Kamera und Montage haben den nötigen Independent-Charakter und die beginnende mysteriöse Geschichte ist im Gegensatz zu ähnlichen Genreproduktion angenehm subtil verpackt. All das verleiht dem Film eine angenehme Atmosphäre, die erst mit dem zunehmender Dauer und damit verbunden zunehmender Seltsamkeit und Absurdität unfreiwillig komisch wird. Auch im Zusammenhang mit dem zwar überraschenden und ungewöhnlichen Ende wäre hingegen mehr drin gewesen, denn dieses wirkt doch etwas plump und banal. Zieht man zudem das Original zu dem Vergleich hinzu, so wirkt die Neuauflage scheinbar belanglos, auch wenn ein spannendes Fantasymärchen geschaffen wurde. Schlussendlich fehlt allerdings die nachhaltige Wirkung. Da rettet auch die erneute Erkenntnis nichts, dass Nicolas Cage irgendwie jede Rolle überzeugend verkörpern kann, denn dass konnten wir uns auch schon vorher denken.
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