Gefangen
| aktueller song: noob – new blood |
Joan As Police Woman – Real Life
Vö: 30. Juni 2006
Label: Pias / Rough Trade
Länge: 38:14
Hit: I Defy
Punkte: 8/10
Die letzte Straftat ist noch gar nicht so lange her. Nein, kein Mord oder so was. Nur zu schnell durch eine Baustelle gebrettert. Zack, Blitz. Und 30 Euro weniger in der Tasche. Aber ab jetzt ist das egal. Jetzt erst recht. Denn Joan Wasser ist als Polizeifrau zurück. Das heißt: Führerschein absichtlicher vergessen und noch drei Promille intus haben. Ach ja und wo war noch einmal das Bremspedal?! Keine Ahnung, ist auch egal. Hauptsache man wird angehalten und am besten unverzüglich von Joan mit aufs Revier genommen.
Da liegt man dann dort in der Ausnüchterungszelle. Die Bilder im Kopf drehen sich ganz wild und man ist von dieser komischen Stimmung befallen. Melancholie. Aus den Boxen in der Zelle erklingt die Musik von Joan. Klassische Streicher, poetische Klaviertöne, sanfte Gitarren und diese Stimme noch dazu. Mmh. Irgendwie verbreitet sich Einsicht, dass das Getane vielleicht nicht richtig war. Doch der Ausrutscher war aber gut. So ist das “Real Life” nun mal. Einerseits wunderschön, spontan und unberechenbar, doch der Übergang hin zu Verzweifelung oder Pathos ist fließend.
Energische, gar freudige Momente wie “Christobel” oder “Eternal Flame” sind der Ausgangspunkt. Die Hochs. Der Kick. In den Morgenstunden kommt dann aber das flau-soulige Gefühl von “Save Me” und “Anyone”. Man reflektiert alles noch einmal und spätestens, wenn man auf der kalten Pritsche zu sich kommt, Joan elegant wie eh und je die Zelle abermals aufschließt und man noch einmal das famose “I Defy” hören darf, wird einem klar: soulige Punkrock-Klassik ist genau mein Ding und man wird wieder das Gesetz brechen, nur damit man dort noch einmal diese zartbitteren Momente erleben darf.
Tracklist:
01) real life
02) eternal flame
03) feed the light
04) the ride
05) i defy
06) flushed chest
07) christobel
08) save me
09) anyone
10) we don’t own it
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