Archive for March, 2006

Die Verwandlung

Friday, March 31st, 2006 at 00:28

| aktueller song: jesu – sun day |

Gregor Samsa – 55:12
Vö: 31. März 2006
Label: The Kora / Own / Al!ve
Länge: 50:31
Hit: Even Numbers
Punkte: 9/10

Gregor Samsa - 55:12

Gregor ist so ein Vorname, der in jedem Lifestylemagazin in der Rubrik “Uncool” zu finden wäre. Gregor Samsa jedoch ist vielleicht eine der wichtigsten literarischen Figuren eines der bedeutendsten Autoren des 20. Jahrhunderts: Franz Kafka. Benennt sich eine Band bewußt nach der tragischen Hauptfigur aus “Die Verwandlung”, ist das selbstauferlegte Erbe entsprechend gewaltig. Dabei ist “55:12″ kein Konzeptalbum über Kafkas Parabel. Und doch ist Gregor Samsa ein Bandname, der kaum besser gewählt sein könnte.

“Makeshift shelters” und der erste Teil von “Even numbers” bewegen sich in stoischer Ruhe, Gelassenheit und einer Atmosphäre zum Dahingleiten. Doch unversehens verändert sich das Motiv. Eine erhabene Melodie kommt der Metamorphose Gregors von Mensch zum Ungeziefer gleich, und abermals wird gepaart mit einer leisen, zerbrechlichen Männerstimme Minimalismus exerziert. Als der Mammutsong in Minutenlänge ausklingt, haucht die Stimme einer Elfin aus dem Hintergrund. Entsetzliche Schönheit.

Solche Dramatik wird auf “55:12″ oft in Anmut aufgelöst. Gregors anscheinend ebenfalls anwesende Schwester mutet dabei beinahe unscheinbar an, doch in Wahrheit ist sie die erschreckendste Figur der Geschichte. Der Konflikt spitzt sich in “What I can manage” zunehmend zu: Piano, Schlagzeug, Gitarre. Alles nur in sachter Form, aber für das reduzierte Gewand schon fast ausufernd. Das Zusammenleben der elfenhaften Schwester mit dem gräßlichen Ungeziefer wirkt melancholischer und depressiver denn je, bevor es in “Young and old” zum Ausbruch kommt. Der körperliche Zerfall nimmt “We’ll lean that way forever” fast vollends den Atem. Die Elfe verstummt kaum hörbar im Hintergrund. Und im schaurig schönen “Lessening” behauptet das Insekt in einem dramatischen Schlußakt endgültig die Oberhand.

Verloren scheinen die gewaltigen Melodien und traumhaften Stimmen in endlosen Räumen. Kafkas Stil der Sprache ist bildhaft, knapp, leicht und gleichzeitig kaum zu meistern. Sie ist emotional persönlich, aber in ihrer Tiefe fast nicht greifbar. Die musikalische Form Gregor Samsas schließt genau dort an und erfüllt beinahe jeden der genannten Aspekte im gleichen Umfang. Nicht nur Kafkas “Die Verwandlung” füllt Kilometer an ausschweifenden Deutungen. Auch die Wirkung der auszulotenden Gefühle von “55:12″ scheinen immens zu sein. Die Vielzahl von Interpretationsansätzen gleicht fast einem Labyrinth, in dem sich der Rezensent verlieren könnte. Aber das ist eine ganz andere Erzählung.

Tracklist:
01) makeshift shelters
02) even numbers
03) what i can manage
04) loud and clear
05) these points balance
06) young and old
07) we’ll lean that way forever
08) lessening

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Hach, schön.

Thursday, March 30th, 2006 at 02:34

| aktueller song: gregor samsa – lessening |

Lampshade
29. März 2006 – Köln, Gebäude 9

[mygal=lampshade01]

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3D-Ansicht

Wednesday, March 29th, 2006 at 17:21

| aktueller song: school for heroes – anchor |

Ostinato – Chasing The Form
Vö: 24. März 2006
Label: Exile On Mainstream / Soulfood
Länge: 48:58
Hit: Goal Of All Believers
Punkte: 8/10

Ostinato - Chasing The Form

Jeder kennt sie. Die kleinen Momente im Leben, in denen man ratlos dasteht. Ratlos deswegen, weil Künstler oder manchmal sogar irgendeine x-beliebige Person etwas vollbringt, was einen in stundenlanges Staunen versetzt. Dieses anerkennende Staunen, bei dem man sich die ganze Zeit fragt: “Verdammt, wie macht der denn das bloß?” Und dann fühlt man sich richtig klein und unbedeutend und grübelt die ganze Zeit, wie das alles vonstatten geht.

Das letzte mal trat hier dieses Gefühl beim Betrachten der Gemälde von Julian Beever auf. Er ist kein gewöhnlicher Straßenmaler, sondern seine Zeichnungen haben eine Besonderheit: Aus dem richtigen Winkel betrachtet erscheinen diese dreidimensional. Bekommt man dies mit, dann bleibt einem gar nichts anderes übrig, als mit offenem Mund einzufrieren. Bei “Chasing the form” ist das kein Millimeter anders, und auch der Effekt ist der gleiche. Es kommt eben immer auf den Ausgangspunkt der Betrachtung an.

Ein Baß, eine Gitarre und ein Schlagzeug. Das reicht für viele gerade so zur Punk-Musik. Doch aus dem richtigen Winkel einmal an der Box gelauscht, scheinen diese drei Instrumente zu einem ganzen Orchester zusammenzuschmelzen. Und das in all seinen Facetten. Da ist man erstmal sprachlos. Wobei “sprachlos” auch schon die erste Neuerung ist. Griffen Ostinato auf ihren Vorgängern noch des öfters auf Gesang oder Geschrei zurück, so wird dies jetzt auf ein Minimum reduziert. Abgesehen von ein paar Samples, handelt es sich um reine Instrumentalmusik. Der Verzicht ist keineswegs ein Rückschritt, denn auch ohne Gesang wird die Stimmung und Emotionalität perfekt zugespitzt. Und ohnehin wissen ja alle jetzt, daß Sprachlosigkeit manchmal mehr ausdrückt, als der krampfhafte Versuch irgendwelche scheinbar passenden Worte zu finden.

Tüpfelchen auf dem i, was beispielsweise die dramatisch epischen Wellen von “Latitude” nicht vollends ausufern läßt und im Hintergrund auch einen gewissen dreidimensionalen Effekt erzeugt, sind ganz sachte Sprachchöre, minimalistische Keyboardflächen oder auch geschwungene Sägen. Vereinzelt auch das eine oder andere Mal verschiedene Bläser. Doch Ostinato verlieren diesmal nicht das Ziel vor Augen. War “Left from far behind” teilweise etwas verstreut und wußte nicht so recht, wohin die Reise geht, so werden jetzt die Instrumente konzentrierter eingesetzt. Zugespitzt auf ein Ziel, das Entstehen von ellenlangen Assoziationsreihen. Das Entstehen eines weitläufigen Soundgewitters, was einen umhüllt.

Und da wären wir wieder bei Julian Beever. Oberflächlich mal kurz nebenbei angeschaut erscheinen seine Bilder durch verzogene Perspektiven deformiert. Ostinato bestehen im Grunde auch nur aus einer Gitarre, Baß und Schlagzeug, aber mit dem richtigen Winkel eröffnen sich auf “Chasing the form” 49 Minuten lang gewaltige Melodien, ohne eine Sekunde Ausnahme. Anerkennenung ist dann wohl das Mindeste, was sie verdienen. Aber wie die das bloß machen, bleibt ungeklärt. Seltsam, seltsam.

Tracklist:
01) goal of all believers
02) monkey gestures
03) antiaircraft
04) the art of vanishing
05) latitude
06) between the years
07) volant

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Verschlafen

Tuesday, March 28th, 2006 at 03:34

| aktueller song: the ocean – fluxion |

Final Destination 3
Vö: 13. April 2006
Verleih: Warner
Genre: Teenie-Horror | USA 2006
Länge: 93min
Regie: James Wong
Drehbuch: Glen Morgan, James Wong
Musik: Shirley Walker
Darsteller: Mary Elizabeth Winstead, Ryan Merriman, Sam Easton, Texas Battle, …
Punkte: 3/10

Final Destination 3

Handlung:

Die beliebte Wendy feiert mit ihren Klassenkameraden in einem Freizeitpark ihren Highschool-Abschluss, doch kurz bevor die Achterbahnfahrt beginnen soll, hat sie die Vorahnung eines schrecklichen Unfalls. Keiner glaubt ihrer Hysterie so recht und es finden alle Fahrgäste bei dem folgenden Unglück den Tod. Einige wenige Freunde hatten mit ihr die Achterbahn verlassen und für sie beginnt nun der Wettlauf gegen den Tod, der sie schon fest eingeplant hatte. Schnell stirbt einer nach dem anderen, doch Wendy und ihr Klassenkamerad Kevin entdecken versteckte Hinweise auf den Ausflugsfotos. Doch den Tod auszutricksen erscheint fast ausweglos. Und letztendlich wird es auch für die letzten Überlebenden, Wendy und Kevin, verdammt eng.

Hintergrund:

“Never change a winning team”. So oder so ähnlich lautet eine alte Sportlerweisheit. Und was im Sport zutrifft, kann beim Filmemachen auch nicht verkehrt sein. Zumal ja das Drehen von Fortsetzungen von erfolgreichen Filmen ohnehin schon ein Volkssport geworden ist. Also kehrt Regisseur James Wong, der schon den ersten Teil drehte, zurück und brachte durchaus wieder etwas frischen Wind mit. Naja gut, eher ein Lüftchen neuer absurder Todesarten, statt einem kreativen Sturm Innovation. War die Idee in Teil 1 noch kreativ im Vergleich zu anderen Teenie-Horror Filmen, so ist auch das Konzept dieser “der Tod kommt als Windhauch und bringt euch alle der Reihe nach um”-Geschichte langsam abgedroschen. Teil 2 kopiert Teil 1 und Teil 3 kopiert beides. Immerhin. Okay, es spritzt wieder etwas mehr Blut, aber immer noch sind es dieselben Geräte, die die Jugendlichen von oben zermatschen oder aufspießen. Ach nee, stopp. Zwei Schönheiten verbrennen im Solarium. Welch genialer Einfall.

Sinn:

Dass in diesen Highschool-Horror Filmen immer äußerst charmante Kerle auftreten und Mädels, die mit herrlichen Silikonbrüsten glänzen statt Intelligenz, ist nichts Weltbewegendes mehr. Aber selten wurden Klischees dermaßen übertrieben dargestellt. Der Playboy mit Einsicht, die Schwiegersohn-Lieblinge und nicht zu vergessen die beiden Tussis, die kaum noch blöder hingestellt werden könnten. Charaktere glänzen durch Doofheit, dass kennt man durchaus aus ähnlichen Filmen. Doch selten zuvor haben auch die Drehbuchautoren dermaßen geschlafen, dass es schon fast weh tut. In Wendys Vorahnung löst der Playboy die Katastrophe aus, indem er seine Kamera fallen lässt. Sekunden später wird dieser Unfall, wie wir alle wissen, genauso Realität. Falsch. Der Playboy steigt aber in der Realität vorher mit Wendy wieder aus, der Unfall passiert trotzdem und der Playboy wird später anderweitig zerteilt. Wo ist da bitte der Sinn? Erklärungen bitte mir zumailen.

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Hörsturz

Monday, March 27th, 2006 at 02:41

| aktueller song: no doubt – hey baby |

Some Girls, Malkovich, Tephra
26. März 2006 – Köln, Underground

[mygal=somegirls01]

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Verdrossenheit

Saturday, March 25th, 2006 at 04:16

| aktueller song: wintersleep – insomnia |

Tephra, Anomalie, Endnote
24. März 2006 – Leverkusen, Kulturausbesserungswerk

[mygal=tephra01]

Tephra

Ja doch Verdrossenheit trifft es ganz gut. Aber um gleich zu Beginn eines klarzustellen: es sind nicht die Bands gemeint. Sondern vielmehr unsere Jugend. Jetzt auch nicht die 50 jungen Männer und Frauen, die anwesend waren, sondern die zig tausend, die sich an einem Freitagabend mit völlig bekloppten TV-Shows amüsieren, in angeblich stylischen Bars überteuerte Cocktails schlürfen und dabei denken, sie wären die kommende Elitegeneration. Was ist los in unserer Kulturlandschaft? Ist die Subkultur ausgestorben? Wieso werden nur noch Bands bejubelt, die aufgrund monströser Marketingapparate im Rücken angeblich der letzte Schrei sind? Und überhaupt, wieso siegt eigentlich die Wirtschaft immer über Kultur?

Doch zum Glück gibt es noch einige, die sich nicht einlullen lassen und sich auch nicht der Dummheit der Masse hergeben. Klar ist es ein finanzielles Desaster heute Konzerte für kleinere Bands zu organisieren, aber in der Regel sind diese es im Nachhinein auch wert und die Show an sich relativiert in der Regel alle Mühen und Kopfzerbrechen. Und scheiß drauf, wenn beschämenderweise nur 50 Leute anwesend sind, obwohl auf der Landkarte ringsum die Ballungszentren Köln, Düsseldorf oder was weiß ich was sind. Hauptsache das Aussterben der Subkultur wird, wenn auch nur einen Tag, hinausgezögert.

Und genau das wurde in einem Haus in Mitten einer Landschaft aus Lagerhallen heute getan. Drei gute Bands an einem Abend und dazu fast lächerliche Preise für Eintritt und Bier. Aber selbst, dass scheint nicht mehr zu wirken. Naja. Den Beginn machen Endnote, die zwar mit Metalcore ausgeschildert werden, doch wirklichen Metalcore im eigentlichen Sinne spielen sie zum Glück nicht. Viel vertrackter, viel mehr Geschrei und überhaupt viel aggressiver. Und wenn es heißt “jetzt spielen wir einen Song fürs Herz”, dann darf man auch keine Kuschelballade erwarten, sondern eher das, was im Metalcore-Genre Standard ist. Doch eigentlich mag man in diesem Zusammenhang das Unwort gar nicht in den Mund nehmen, weil Endnote einfach viel eher bei Converge zu Hause sind, als bei Caliban & Co. Und doch. Einmal zumindest gibt es Metalcore – als Coverversion des As I Lay Dying Hits “94 Hours”. Aber auch der klingt deutlich mehr auf die 12.

Deutsche Texte sind scheiße. Bei vielen Bands vielleicht auch aus Prinzip. Anomalie singen zwar auch deutsch, aber ob sie nun zu den wenigen deutsch singenden Bands gehören, die ausnahmsweise gehaltvolle Texte haben, bleibt etwas im Dunkeln. Bis auf einige ruhige Ausnahmen, versteht man im konsequenten “Screamo”-Geschrei wenig. Aber hoffen wir es einfach mal. Rein musikalisch trifft es der Begriff “vertrackt” auch hier ganz angebracht. Viel Gefrikkel, viele Motivwechsel, mal laut, mal leise, mal einstimmig, mal mehrstimmig. Hauptsache keine Verschnaufpause. Diese gönnen sich auch Tephra nicht. Zwar noch nicht so populär wie Genre-Kollegen Isis und Cult Of Luna, aber musikalisch sind sie mittlerweile auf einer Höhe anzusehen. Und das ihre Shows ähnlich mitreißend sind, dass sieht man nicht nur an den verhältnismäßig vielen Köpfen, die eifrig mitwippen, sondern auch daran, dass die Band selbst an ihre Grenzen geht. Nach einem dreiviertel des Sets kann der Keyboarder einfach nur noch dasitzen und nach Luft schnappen, dem Sänger läuft die Brühe aus allen Poren, der Gitarrist stolpert fast von der Bühne und der Schlagzeuger würde am liebsten sofort aufhören, so erschöpft lehnt er auf dem Verstärker. Doch aufhören ist nicht drin. Vielmehr gibt es noch einen neuen Mammutsong namens “Changes”, der Vorfreude auf Kommendes weckt.

Überhaupt ist Freude ein passendes Wort – Freude darüber, Teil eines schönen Konzertabends gewesen zu sein. Freude darüber, einen kleinen Beitrag gegen den Verfall der deutschen Subkultur getan zu haben und nicht irgendwelche rotzblöden TV-Shows ins Hirn fließen zu lassen. Doch leider ist dies eben nur ein kleiner Beitrag, da ändern auch drei klasse Bands nichts dran.

* veranstalter: unchained melodies

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Fantasy Filmfest Nights #4

Friday, March 24th, 2006 at 03:53

| aktueller song: aereogramme – winter’s discord |

Fantasy Filmfest Nights #4
Termin: 01.-02. April 2006 in Bochum

Fantasy Filmfest

Willkommen zur vierten Ausgabe eines Adrenalin geladenen Wochenend Specials, das sechs zumeist wenig zimperliche Kracher der kommenden Kinosaison vorab präsentiert und damit einen spannenden Einblick in die aktuelle Horror-Thriller Genre Unterhaltung bietet, sowie einen kräftigen Vorgeschmack auf die bevorstehende Geburtstagsparty des 20. Fantasy Filmfest. Vorhang auf für zwei Fantasy-Horror-Nächte, die es in sich haben. Nie war Schlafentzug schockierender, nie wurden eure Nerven brutaler überreizt. Doch bei aller beinharten Kost – es darf auch ab und an gelacht werden!

Triggerfish Music lehrt euch das Schaudern. Wer gerne das Blut an der Leinwand hinunter laufen sieht und auf Gänsehaut steht, der braucht nur eine klitzekleine Frage zu beantworten, die richtige Antwort an uns zu schicken und schwupps gibt es 3×2 Freikarten pro Film!!!

Frage: Von wann bis wann diesen Jahres findet das bevorstehende 20. Fantasy Filmfest in Bochum statt?
(Nicht zu verwechseln mit dem kleinen Vorgeschmack der Fantasy Filmfest Night #4)

Anwort an: christophs@triggerfish.de
(erforderliche Angaben: vollständiger Name + Wunschfilm)

Einsendeschluss: 29. März 2006 / 15 Uhr.

Viel Erfolg!

weitere Infos:
* www.fantasyfilmfest.com

Programm:
SAMSTAG, 01. APRIL
19:45 Hostel (Rache-Horror)
21:45 Stay Alive (Computerspiel-Horror)
23:45 Wolf Creek (Jugend-Horror-Thriller)

SONNTAG, 02. APRIL
17:45 Final Destination 3 (Mystery-Thriller)
19:45 Wu Ji-The Promise (Fantasy-Action)
21:45 Death Trance (Fantasy-Art)

Ort:
Union Kino
Kortumstraße 16, 44787 Bochum
* www.kino-bochum.de

Vorverkauf:
ab 24. März tägl. von 14-20h

Reservierung:
ab 24. März von 14-20h unter Tel. 0234-33.89.103
FREIE PLATZWAHL!

Preise:
pro Vorstellung 7.50 Euro

© written for triggerfish

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Familienduell

Friday, March 24th, 2006 at 00:40

| aktueller song: he is legend – china white |

Hundred Reasons – Kill Your Own
Vö: 24. März 2006
Label: V2 / Rough Trade
Länge: 41:44
Hit: This Mess
Punkte: 7/10

Hundred Reasons - Kill Your Own

“Wir haben hundert Leute gefragt: Nennen Sie hundert Pro- und Contra-Argumente zur Qualität der aktuellen Hundred Reasons Veröffentlichung ‘Kill your own’!”

Okay zugegeben, wir haben ein bißchen geschummelt. Leider waren keine hundert Leute bis jetzt mit der Platte vertraut, und good ol’ Werner Schulze-Erdel konnten wir auch nicht als Moderator gewinnen. Deswegen haben wir uns auf eine Person beschränkt, und auch die wird nicht je hundert Argumente liefern. Lieber wird das amüsante Spiel etwas verkürzt: “Wir haben eine Person gefragt: nennen Sie ein paar Pro- und Contra-Argumente. Das war’s.” Und hier ist die Lösung.

Als erstes fiel dem Kandidaten spontan auf, daß “Kill your own” nicht mehr über Sony BMG veröffentlicht wird. Auf die Nachfrage, warum das so ist, wußte er aber auch keine Antwort. “Sicher irgendsoeine Heuschrecke, die das entschieden hat”, meinte er. Vielleicht ist da sogar etwas dran. V2 hingegen freut sicht jetzt aber ins Fäustchen. Viel offensichtlicher sind aber andere Dinge. “Hundred Reasons sind erwachsen geworden und haben ihren eigenen Sound gefunden”, betont der einzige Befragte. Und das stimmt in der Tat. Emo war gestern. Kein wildes Zusammenklauen diverser Songschemata. Die Band findet ihren komplett eigenen Stil und der ist vielfältig wie selten zuvor. “Britpop mit Eiern”, setzt er fort. Ja ja, diese Band kommt tatsächlich von der Insel. Zwar sind Melodien wie in “Breathe again” sehr poppig, aber britisch klingen sie trotzdem nicht. Zum Glück bei dieser momentanen Flut von da drüben. Dafür gibt es umso mehr schreiende Eier in “Broken hands”, “A better way” oder auch “Live fast, die ugly”.

Völlig zu Recht fallen bei unserer kurzen Befragung auch andere Bandnamen. Thrice, Cave In und nicht zuletzt die Foo Fighters. Denn in genau der Liga sind Hundred Reasons mittlerweile auch angekommen. “Kill your own” fügt sich in die Reihe der Befreiungsschläge ein, die die Genannten in den letzten Monaten ebenso vollzogen haben. Und nicht nur das. Die britischen Amis sitzen auch des Öfteren zwischen den Stühlen “Hard Rock” und “Schnulze”. Da braucht man sich nur einmal “The mess” und das folgende “A better way?” nacheinander anhören, und jeder würde prompt zustimmen.

Klar, nach der ersten Begeisterung fiel der Testperson auch die ein oder andere klitzekleine Schwäche auf, aber das mußte ja auch kommen. Ewige Nörgler. Statt sich über zig schöne Melodien zu freuen, kommt er wieder an und kreidet die glatte, wenig rohe Produktion oder zu wenig Verspieltheit als Negativpunkt an. Vernachlässigen wir das aber und fragen nach der Veröffentlichung wirklich einmal hundert Leute. Die Top-Antwort wäre sicher: klasse Album.

Tracklist:
01) broken hands
02) kill your own
03) destroy
04) the chance
05) the perfect gift
06) live fast, die ugly
07) feed the fire
08) this mess
09) a better way?
10) no pretending
11) breathe again

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Sozialarbeit

Thursday, March 23rd, 2006 at 21:52

| aktueller song: susperia – untouched |

Soil – True Self
Vö: 24. März 2006
Label: DRT Entertainment / Soulfood
Länge: 43:29
Hit: Forever Dead
Punkte: 5/10

Soil - True Self

DRT Entertainment: Die soziale Auffangstation ehemaliger “Wir hatten da mal einen Hit”-Wunder. Resozialisierung für schwer gebeutelte Musiker, denen irgendwo auf der Karriereleiter eine Stufe weggebrochen ist und die von nun an wieder den Anschluß suchen. American Head Charge hatten ihre fünf Minuten New-Metal-Ruhm, Blindside liefen auf VIVA, und Soil enterten Punkte als Godsmack- und Alice-In-Chains-Verschnitt. “Halo” war der Kracher, “Redefine” schnürkeloser Alternative Rock, aber eben kein Hit. Majorlabels fackeln da nicht lange rum. Aus die Maus. Drückt man im laufenden Betrieb dann plötzlich den Reset-Knopf, geht meist noch irgendetwas anderes verloren. In diesem Falle der Frontmann.

Verlorene Identität und hauswirtschaftliche Probleme, aber der Betreuungsdienst DRT Entertainment richtet das schon wieder und stellt ein neues Dach überm Kopf zur Verfügung. Ex-Diesel-Machine-Sänger A.J. Cavalier bekam den Job am Mikro, und mit etwas seelischer Begleitung wagen Soil nun den Wiederaufstieg. Ein musikalischer Neuanfang. Obwohl eigentlich ist es nur ein stimmlicher Neuanfang, denn instrumental bewegt man sich immer noch im Post-Alternative-Rock um Drowning Pool und Konsorten. Viel Breitwand-Rock, ohne die große Übermelodie. Hier und da diese kleinen feinen Riffs im Stil von “Threw it away”, dann mal etwas aggressiver im Opener “Fight of life” oder bei “Pick me up” und im Gegenzug fast balladesk in “Let it go”. Hauptsache nicht zu viel riskieren beim Comeback.

Doch Potential ist da, daß zeigt sich besonders in “Forever dead” mit Beteiligung von Burton C. Bell (Fear Farcory). Ein knackiger Dreiminüter mit kontrolliertem Geknüppel, Geschrei und einem cleanen, sehr melodischen Refrain. Und überhaupt beherrscht der Neue ein ziemlich wandlungsfähiges Stimmorgan. Singen und Schreien kann er, manchmal ähnlich rauh und kantig wie Sully Erna. Zumindest immer sympathisch. Oberste Prämisse scheint eh zu sein, daß niemand verschreckt wird. Komplett neue Ideen oder mehr Abwechselung werden ausgespart, und so mutiert der geplante Neubeginn zu einer etwas halben Sache. Aber selbst die Resozialisierung der Labelkollegen geht verhalten voran. Langfristige Integration ist nun einmal keine Geschichte von heute auf morgen.

Tracklist:
01) fight for life
02) give it up
03) pick me up
04) the last chance
05) true self
06) hear me
07) forever dead (feat. burton c. bell of fear farcory)
08) let go
09) until it’s over
10) jaded
11) threw it away
12) one last song

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Entwürfe zur “jungen nacht”

Tuesday, March 21st, 2006 at 17:43

| aktueller song: bloodsimple – september |

Datum: 22. April 2006
Ort: museum kunst palast | Düsseldorf

eine kleine Ausstellung nicht verwendeter Entwürfe des “junge nacht”-Projektes …

Ausschuss: Logo und T-Shirt

[mygal=jungenacht01]

Ausschuss: Sticker

[mygal=jungenacht02]

Ausschuss: Flyer

[mygal=jungenacht03]

© by different people: marc, thomas, felix, bettina, myself

* webseite
* pressetext

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