Archive for January, 2006

Latin Fucking Metal

Thursday, January 26th, 2006 at 21:58

| aktueller song: julia – perfect |

Ill Nino, Mad Doggin`, Hyproglow
24. Januar 2006 – Bochum, Matrix

Ill Nino

Ill Nino sind schon clevere Jungs. Da cancelt man im November die kleine exklusive Clubtour, wartet bis das neue Album im großen Maßstab für gut befunden wurde und zieht dann auf der jetzigen Deutschlandtour vom Kölner Prime Club in die viel größere Live Music Hall oder das Bochumer Matrix. Da rollt der Rubel. Aber das Rezept geht auf, denn trotz arktischer Temperaturen haben sich eine Menge Leute aus ihren Stuben getraut … auch wenn es zu Beginn nicht danach aussah.

Hyproglow aus Essen durften als lokaler Suppoer eröffnen und sind somit sicher auch dem Einen oder Anderen Bochumer bekannt. Aber lag es nun daran, dass noch alle eingefroren waren oder an dem nicht sonderlich spekatukulären Auftritt … keine Ahnung. Jedenfalls wollte noch keiner so recht seine Hüpfte oder den Kopf zum Nicken bewegen. Vielleicht lag es aber auch daran, dass auf so unaggressive Musik an diesem Abend keiner eingestellt ist. Kein Schreien, alle Refrains schön mehrstimmig zusammengeträllert – das aber nicht schlecht. Und auch instrumental wurde durchaus hörbares geboten, zwar nicht ganz so versiert und melodieorientiert, aber durchaus könnte man Hopesfall als Referenz anbringen. Trotz allem war deutlich zu spüren, dass sich an diesem Abend eher alles einzig um Ill Nino zu drehen scheint.

Nicht ganz so arm dran waren Mad Doggin. Die dachten sich dann ganz fix mal: “Wenn wir schon auf einem ‘latin fucking metal’ Konzert sind, dann spielen wir auch mal alle unsere Latin-Rap-Reggae-usw-Hits”. Klang zwar ganz lustig, aber bitte wer kauft einem dicken, langhaarigen Typ mit Armyhose und 666-Shirt, der viel zu sehr am 80er-Metal hängt, das ab? Keiner, richtig! Deswegen hörten Mad Doggin dann auch mit ihrer tollen Hüpf-Choreograpfie auf und wechselten auf die Metalschiene, was wesentlich besser und auch viel weniger peinlich rüberkam. Zwar sind Songs wie “Lord of Darkness”, “Kill Yourself”-Refrains und Ansagen an “true 80er Metalhelden” auf einem Ill Nino Konzert immer noch reichlich unkreativ, aber immerhin wurde der Sound etwas lauter und härter, was die Meute auf Kommendes besser vorbereitete.

Und das Kommende knüppelte auch gleich ordentlich drauf los. “This Is War” im wahrsten Sinne des Wortes. Und plötzlich waren auch alle hellwach, die gefrorenen Sprunggelenke aufgetaut und das muntere Hüpfen konnte losgehen. Ihren lustigsten Tag hatten die Dread-Köpfe zwar nicht, bedankten sich brav bei ihren Supportbands, stimmten hier und da mal zum Mitsingen an, machten ein paar Standardkomplimente, aber selbst die gab es schon mit mehr Elan. Dafür dürfte der ein oder andere überrascht gewesen sein, wie aggressiv gerade die härteren Songs rübergekommen sind. “Lifeless Life” oder gerade der Moshhit “Turns To Gray” stampften direkt in die Magengegend, was mit Sicherheit auch daran lag, dass das komplette Set mit 2 Drumsets absolviert wurde. Auch nicht wirklich unbekannt, aber immer wieder erstaunlich, was eben jene beiden Drummer in dem obligatorischen Schlagzeug Intrumental-Intermezzo zusammentrommeln. Das dann noch gepaart mit schönen “Unreal”, “My Pleasant Torture” oder “What Comes Around” Melodien und man könnte echt denken, man sei direkt am Zuckerhut. Da das aber natürlich nicht der Fall ist, machten Ill Nino mit den mittlerweile völlig überflüssigen “Fuck you George Fucking W. Bush” Sprüchen mehr als deutlich. Die Welt ist eben doch nicht so schön melodiös und deswegen gibt es als Zusage noch “If You Still Hate Me” und “Liar” inklusive einer richtigen Packung Hass-Geschrei. Und so ein bisschen stimmt man zu.

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Punk isn`t dead

Sunday, January 22nd, 2006 at 00:56

| aktueller song: 3rd strike – lisa |

Helden für einen Tag
21. Januar 2006 – Düsseldorf, Kinder-und Jugendtheater

Premiere: 20. Januar 2005
Länge: ca. 100min
Regie: Ulla Theißen
Drehbuch: Martin Ritzenhoff, Xao Seffcheque
Bühne und Kostüme: Eckhard Reschat
Darsteller: Bastian Sierich, Leonie Schubert, Christof Seeger-Zurmühlen, Valerie von Scheel, …
Punkte: 10/10

[mygal=heldeneinentag01]

Helden für einen Tag

Handlung:

Wir schreiben das Jahr 1979. Düsseldorf ist das Zentrum der Punk-Gemeinde Deutschlands, der “Ratinger Hof“ noch heute Legende. „Helden für einen Tag“ beschreibt die Geschichte einer Punkrock-Band. Der Hippie Jürgen aus dem Sauerland trifft im Ratinger Hof seinen Cousin Lloyd, den ideenreichen Leadsänger der ohrenbetäubenden Punkrock-Kapelle „Der Arsch“. Er heuert bei der Band als Gitarrist an, verliebt sich in die Bassistin der Band, Nivea, und lernt die Punkrock-Philosophie und Band kennen. Die Band fiebert einem Gig als Vorband von Iggy Pop im Ratinger Hof entgegen. Doch dann geschieht die Katastrophe … Punk-Ideologie und Wir-Gefühl steht in Frage, stattdessen entwickeln sich Egotrips und Drogenexzesse und der Iggy Pop Gig gerät ins Wackeln.

Hintergrund:

Punk ist seit den 80ern tot und Regierungen stürzen kann er schon lange nicht mehr. Trotzdem ist Post-Punk noch aktuell in den Köpfen und auf den Straßen. Mit “Helden für einen Tag” inszenierte Autor Xao Seffcheque, der 1977 aus der österreichischen Provinz nach Düsseldorf kam und Gitarrist der Band Family 5 wurde, ein Blick in die Geschichtsbücher: Papa war noch jung und rebellisch, lebte das “Sex, Drugs & Rock`n`Roll”-Motto und hatte Visionen. Heute regiert Verdrossenheit, umso witziger ist der Blick zurück und wenn er dazu noch so gut dargestellt wird …

Sinn:

Iggy ist Gott & wer`s mit drei Akkorden nicht schafft, sich auszudrücken, kriegt`s auch mit dreihundert nicht gebacken, kapiert?

Wisst ihr eigentlich, was mir an den Hippies und sonstigen Wort-zum-Sonntag Klugscheißern am meisten auf die Nerven geht? Alle versuchen dir die Welt zu erklären, aber keiner hat ne Ahnung! Meint einer von denen, die Welt wird sich jemals ändern – durch Labern? Ham wir doch gesehen, was raus gekommen ist, seit die Hippies uns voll sülzen. Ich werde mich nie so vom Schweinesystem kaufen lassen! Da scheiß ich lieber auf den ganzen Dreck! Ich brauch keine Zukunft. Ich pfeif auf die Vergangenheit. Ich lebe jetzt. Jetzt!

© aus dem Stück

© written for triggerfish, photos by schauspielhaus düsseldorf

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Subversion

Friday, January 20th, 2006 at 22:25

| aktueller song: dover – 27 years |

Some Girls – Heaven`s Pregnant Teens
Vö: 23. Januar 2006
Label: Epitaph / SPV
Länge: 25:01
Hit: Deathface
Punkte: 8/10

Some Girls - Heaven`s Pregnant Teens

Ein kurzer Piepton. Ein halbes Augenzwinkern lang Stille. Und dann zack … deng deng deng deng … Dieses eine monotone Riff, dessen Brutalität Dich im Millisekundentakt wie feinste Nadelstiche mitten ins Trommelfell treffen. Monotonie, die schmerzt, die Dir vorkommt wie stundenlang blutüberströmt auf Hilfe zu warten. Monotonie, die irgendwie geil ist.

Ein Album, das jetzt schon komplett anders erscheint, als die anderen. Obwohl gerade einmal 14 Sekunden überstanden sind. Sekunde 15: Dieses extrem angepißte Gebell setzt ein, das mit Sicherheit keiner hautnah erleben möchte. Adern im Hals, die zu platzen drohen. Ein hochroter Kopf, aus dessen Mund die Spucke spritzt und Schweißperlen, die schon vielmehr ein Fluß sind. Das kann alles kein gutes Ende nehmen, und die Typen meinen es ernst. Verdammt ernst. Hoffentlich ist es bald vorbei. Aber es scheint so, als sei noch nicht einmal die erste Minute vorüber.

Nach scheinbar endlosen 70 Sekunden dann die Erlösung: ein Ansatz von Melodie. Ein perfekter Zeitpunkt, um kurz zu erläutern, was hier überhaupt vor sich geht. Wirre Köpfe von The Locust, Give Up The Ghost, The Plot To Blow Up The Eiffel Tower, Unbroken und einigen anderen Krachtretern haben sich vorgenommen, mal kurz im Handumdrehen den Leuten da draußen zu zeigen, was wirklich aggressive Musik ist. Das Wort “Hirnfick” wird hier wahrhaftig neu definiert. Bewußt wird sich jeglicher Eingängigkeit der Songs verweigert, um zu zeigen, daß auch die stetige Wiederholung eines Motives keineswegs langweilig sein muß. Und so werden uns auch nicht mehr als sieben Sekunden gegeben für dieses Mini-Intermezzo, bevor es wieder volle Kanne drauf losgeht. Zwar ist die zweite Hälfte von “Beautiful rune” etwas vertrackter. Aber wer glaubt, sich jetzt hier zurücklehnen zu können, dem werden aber weiterhin ordentlich Beine gemacht.

Dann ist plötzlich mitten im Lied Schluß. Die Anzeige am CD-Player ist noch nicht richtig beim nächsten Track, und schon ertönt wieder dieses Gebell, Gaballer und Gedresche, und das Lied beginnt wieder irgendwo mittendrin. 13 mal läuft das Spiel so oder in ähnlicher Form ab. Auf alles wird hier gerotzt: musikalische Strukturen, Hörgewohnheiten und selbst, wenn es den Hörer mittlerweile nervt. Scheiß drauf!

12 Songs. 16 Minuten reinster Krach. Die Frisur sieht mittlerweile auch richtig scheiße aus vom brutalen Kopfnicken. Und spätestens dann, wenn zusätzlich im letzten, neunminütigen Song “Deathface” geschätzte 154 mal monoton “Ape” geschrien wird, möchte man selbst gern einmal irgendwelche Strukturen dermaßen kompromißlos umstürzen. Kranke Affen, ey!

Tracklist:
01) beautiful rune
02) hot piss
03) dead in a web
04) warm milk
05) you’ll be happier with lower standards
06) ex nuns/dead dogs
07) totally pregnant teens
08) bone metal
09) marry mortuary
10) religion ii
11) skull’s old girlfriends
12) retard and feathered
13) deathface

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(un)würdig!?

Thursday, January 19th, 2006 at 23:17

| aktueller song: paulson – convertible |

Salò o le 120 giornate di Sodoma
(Salò oder Die 120 Tage von Sodom)
Vö: 08. Mai 2003 (Wiederveröffentlichung)
Verleih: Alamode
Genre: Perversion | Italien 1975
Länge: 117min
Regie: Pier Paolo Pasolini
Drehbuch: Pier Paolo Pasolini, Sergio Citti
Musik: Ennio Morricone
Darsteller: Paolo Bonacelli, Aldo Valletti, Giorgio Cataldi, Umberto Paolo Quintavalle, Sonia Saviange, Caterina Boratto, …
Punkte: 8/10

“Dieser Mensch hat keine Wurzeln mehr, er ist ein monströses Geschöpf des Systems, meines Erachtens ist er zu allem fähig.”
Pier Paolo Pasolini

Die 120 Tage von Sodom

Handlung:

Im Jahre 1944 lassen vier alte, perverse italienische Faschisten zwei Dutzend minderjährige Jungen und Mädchen entführen und in ein altes Anwesen in die besetzte Republik Salò verschleppen. Zwei Prostituierte erzählen täglich eine perverse Episode, um so die sexuellen Foltereien an den Kindern anzuheizen. Das Ausmaß steigert sich in extremste sexuelle Abgründe, die nicht mal mehr menschliche Urtriebe sind. Die Minderjährigen werden sexueller Sklaverei, Falterei, Gewalt und extremste Brutalität ausgesetzt und letztendlich auf bestialischste Weise hingerichtet.

Hintergrund:

Aufgrund der direkten Darstellung von Mord, Folter und Vergewaltigung war der Film bis ins Jahre 2003 in Deutschland verboten, zählt aber immer noch zu einem der umstrittensten Werke der Filmgeschichte.
Der Film erinnert in der Erzählung stark an Dantes “Inferno” und ist in drei Akte geteilt, die Höllenkreise der Leidenschaft, der Scheiße und des Blutes, die Gemeinsamkeiten der Vorhölle von Dantes “Göttlicher Komödie” herausziehen lassen.
Das Projekt ist eine Verfilmung von Donatien A. Fr. Marquis Sade Buch “120 Tage von Sodom”, eines philosophisch literarischen Provokateurs des 18. Jahrhunderts, der den Großteil seines Lebens in Haft oder im Irrenhaus verbrachte und von dessen Name das heutige Wort “Sadismus” stammt. Regisseur Pier Paolo Pasolini war selbst ebenso exzentrisch. Er rettete als Kommunist Mussolini das Leben und wurde nach den Dreharbeiten umgebracht: von einem minderjährigen Prostituierten … nach einem Ritual aus einem früheren Film von ihm.
Erst im Zuge des Strukturalismus wurden Werke von François de Sade, Antonin Artauds oder Ferdinand de Saussure wiederentdeckt auf die sich Pasolini bezieht.

Sinn:

Das große Fragezeichen! Rein filmisch sicher kein Zuckerschlecken. Aber darum geht es auch nicht. Es geht um den Hintergrund. Die philosophische Geschichte im Hintergrund. Die bewusste Provokation mit Themen, die die Gesellschaft verdrängt, aber die Kunst wieder in die Gegenwart ruft. Doch wie weit geht Kunst? Ist das noch Kunst? Darf Kunst so was? Ein derber Brocken, der nächtelange Diskussionen hervorruft und die auch nach mittlerweile 30 Jahren noch nicht verstummt sind. Das ist der Sinn und nur aus dieser Sicht ein Stück extravagante Filmgeschichte.
Kotzen und Nachdenken vorprogrammiert.

*infoblatt (pdf)
*sense of view

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Hohes Gericht

Thursday, January 19th, 2006 at 15:40

| aktueller song: with rescue breathing – you’re an hour late |

P.O.D. – Testify
Vö: 27. Januar 2006
Label: Atlantic / Warner
Länge: 50:19
Hit: Goodbye For Now
Punkte: 4/10

P.O.D. - Testify

“P.O.D. gehen in den Zeugenstand” – mit diesem Satz werden die zigfach Platin-Jünger nach einer Auszeit wieder zurück zu ihren Warriors geschickt. Doch was um alles in der Welt wollen die im Zeugenstand? Von was sind sie Zeugen geworden? Vom “spektakulären” Wechsel im Line-Up, von dem eigentlich keiner wirklich etwas mitbekommen hat? Oder meint das “Zeugen”, die überzeugten Christen seien zu den Zeugen Jehovas konvertiert? Nicht doch!

Aber vielmehr gehören sie doch auf die Anklagebank. Es kann doch nicht sein, daß eine Band mit Ruhm, Ehre und vor allem massig Geld überschüttet wird, die dermaßen unnütze und peinliche “Boom” und “Youth of the nation” Tanzflächen-Burner verbockt hat. Außerdem läßt sich dort auch besser die gewollte Bekenntnis ablegen: “Hiermit bekennen wir uns im Sinne der Anklage für schuldig, schon wieder ein Album nach dem gleichen Schema produziert zu haben. Ja, wir wollen mit aller Macht in die Charts und geben auch zu, einzelne Songs extra für Jamba und Zed geschrieben zu haben. Zum Teufel mit dem Crazy Frog!” Na na na, solch Worte von einer Band, die einzig positive Werte verkauft. Jaja, “Verkauf” wäre auch ein schöner Titel gewesen.

“Roots in stereo” sind mit Sicherheit nicht die wahren Wurzeln von P.O.D., sondern einfach ein weiterer Rap-Rock-Song, in dem schon wieder das Unwort “Boom” vorkommt. Das geht ja gut los, aber zieht bestimmt. Gut verkaufen tut sich auch die Single “Goodbye for now”. Und das, man höre und staune, nicht nur auf wirtschaftlicher Linie. Schöne Melodie, schöne Gesangslinien und dann diese ungebrochene Hoffnung, daß in der Zukunft doch alles noch gut wird. Ach ja, wer genau hinhört, der hört Sonny sogar für ein paar Sekunden schreien. Das war sie dann auch schon, die Überraschung des Albums. Der Rest plätschert so dahin in gewohnter Manier. Dabei immer schön catchy bleiben und etwas aggressivere Ausrutscher, wie “Sounds like war” oder “Teachers”, postwendend in den folgenden Songs mit bittersüßem Frauenrefrain oder sanften Reggaetönen von Matis Yahu wieder gut machen.

Stellt sich nur die Frage, wo P.O.D. seit nunmehr 14 Jahren immer diese positiven Botschaften und diese Hoffnung hernehmen. Wenn selbst in Songs über jugendliche Selbstmorde wie “Let you down”, diese Du-kannst-alles-schaffen-Propaganda erklingt. Der Glaube kann es nicht sein, angeblich waren ja die Kids auch Christen. Offene Fragen ohne Ende. Und was erzählen die nun da, im Zeugenstand? Will’s jemand wissen? Wir nicht.

Tracklist:
01) roots in stereo (feat. matisyahu)
02) lights out
03) if you could see me now
04) goodbye for now
05) sounds like war
06) on the grind (feat. boo-yaa t.r.i.b.e. and sick jacken)
07) this time
08) mistakes & glories
09) let you down
10) teachers
11) strength of my life (feat. matisyahu)
12) say hello
13) mark my words

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Blutspektakel

Monday, January 16th, 2006 at 19:07

| aktueller song: as i lay dying – losing sight |

MacBeth von William Shakespeare
14.Januar 2006 – Düsseldorf, Schauspielhaus

Premiere: 29. September 2005
Länge: ca. 180min
Regie: Jürgen Gosch
Bühne und Kostüme: Johannes Schütz
Darsteller: Michael Abendroth, Thomas Dannemann, Jan-Peter Kampwirth, Horst Mendroch, Ernst Stötzner, Devid Striesow, Thomas Wittmann
Punkte: 7/10

[mygal=macbeth01]

MacBeth

Handlung:

“Vom Schlachtfeld heimkehrend, begegnen Macbeth und Banquo drei Hexen, die prophezeien, dass Banquo Stammvater eines Königsgeschlechtes und Macbeth gar König wird. Der Gedanke an die Krone lässt Macbeth keine Ruhe, er berichtet seiner Frau von dem nächtlichen Spuk. Wenig später ist König Duncan bei ihnen zu Gast. Beide entschließen sich, Duncan zu töten, nach vollbrachter Tat lenken sie den Verdacht auf die schlafende Wache des Königs und ermorden auch sie. Macbeth wird zum König ernannt, verstrickt sich immer tiefer in einen Kreislauf an Gewalt, bis die dritte düsterste Prophezeiung der Hexen Gestalt annimmt.”

Hintergrund:

William Shakespeares Tragödie ist eine Untersuchung über die Metamorphosen des Bösen und die Masken der Angst. Der Philosoph Voltair erkannt schon 1728: “Bei dem Stück handelt es sich wohl weniger um eine Tragödie als um eine blutrünstige Farce, in der nicht nur die Einheiten, sondern auch der Geschmack des Publikums verletzt wird.” Nach unzähligen halb- und komplett langweiligen Inszenierungen, versucht Gosch dieser Erkenntnis gerecht zu werden: viel Blut, Reduktion auf reine nackte Männlichkeit, keine Requisiten … modernes provokates Theaterschauspiel.

Sinn:

Kot, Urin, Geschlechtsteile und Blut. Diese Interpretation eines Klassikers soll provozieren und spaltet tatsächlich die Meinungen. Die Hälfte des Publikums verlässt vorzeitig den Saal, die andere Hälfte gibt standing ovation. Die einen schimpfen und wollen ihr Geld zurück, die anderen betiteln es als “Schauspiel des Jahres”. Auf jeden Fall Gesprächsstoff und endlich kommt mal Schwung in die abgedroschenen Klassiker. Von mir Applaus.

So krass und körperlich, so abstoßend und faszinierend in seiner Heftigkeit, aber auch virtuos und komisch in seiner Schroffheit war Shakespeares Drama vielleicht noch nie zu sehen.
© FAZ

Unverständlich,geschmacklos und abstoßend. Eine Zumutung für Zuschauer und Schauspieler. Bedauerlich,dafür Geld ausgegeben zu haben.
© Ursula Klümpen (Besucherin)

An Jürgen Goschs radikaler Inszenierung kommt erst einmal nicht vorbei, wer über Echtheit von Inszenierungen – egal wo – nachdenkt.
© Frankfurter Rundschau

© written for triggerfish, photos by schauspielhaus düsseldorf

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Pillowfight Klub

Friday, January 13th, 2006 at 16:23

| aktueller song: emery – the secret |

Pillowfight Klub
Round no.1: 14. & 20. Januar 2006 im Mandarin Kasino, Hamburg

Flyer Pillowfight Klub

Das gab’s noch nie: Am Freitag, 20.Januar 2006, gibt’s die erste Kissenschlacht im Mandarin Kasino, Hamburg. Beats und Kissen für kleine und große Ohren: Eine rasante Mischung aus ElektroTek, Future Funk, Hip Hop, Hip-House, Acid Jazz und El Ectro Pop. DAS BO und Miss Leema werden ‘türlich, ‘türlich nur den besten Partysound im Gepäck haben. Und: Live an den Joysticks, das erste Mal in Hamburg, die (((controller-band. aus Berlin. Und mehr: An den Plattenteller rocken der französische ElektroPunk Gilan LC aus Paris und der Wildstyle Spastiker Herr Fahrstuhl aus Stuttgart. Auf alle Fälle: Eine heiße Nacht – bei der nicht nur die Federn fliegen.

© by pillowfightklub.de

* programm

Update (21. Februar 2006):
* pillowfight klub at memefest

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Trainingscamp

Wednesday, January 11th, 2006 at 21:44

| aktueller song: deftones – nosebleed |

Bleeding Through – The Truth
Vö: 10. Januar 2006
Label: Trustkill / Roadrunner
Länge: 42:50
Hit: The Truth
Punkte: 5/10

Bleeding Through - The Truth

Du hast die Nase voll von Emo-Weichei-Mucke. Du hast es satt, in kleinen Clubs zu spielen, Dir die Vorbands nicht selbst aussuchen zu dürfen. Und Du bist es auch leid, daß Du und Deine Band wegen des komplett schwarzen Outfits stets als Halloween-Scherz abgestempelt werden. Du fühlst dich wie ein großer Rockstar in bester Schweden-Death-Metal-Tradition, aber keiner nimmt dich wirklich wahr trotz deines volltätowierten 50 Zentimeter Bizepsumfangs. Und dabei war Dein letztes Album ein kleiner Achtungserfolg, der durchaus zu überzeugen wußte. Und trotzdem interessiert sich die Presse mehr für Deine sexy Keyboarderin.

Ach, ist das alles traurig und ungerecht, aber Du bist nicht allein. Bleeding Through geht es doch genauso. Damit ist aber jetzt verdammt noch mal Schluß, schließlich wollen Bleeding Through die Könige des Metalcore werden. Und das mit aller Macht. Also kurz zum Telefonhörer gegriffen und die Nummer des Imageberaters gewählt. Werde kompromißloser! Kein Sellout! Werde wütender und hau mehr auf die zwölf! Und geh ja in die Muckibude und trainier deine Oberarme! Schließlich mußt Du ab jetzt den Mittelfinger doppelt so kräftig ausstrecken. Ach ja, und vergiß die Hits nicht, ganz wichtig, Du willst ja an die Spitze.

Gesagt, getan. Gleich zu Beginn knüppeln “For love and failing” und “Confession” richtig drauf los. Klappt doch also schon prima mit dem Fiessein und der “Fuck you”-Attitüde. Und so ein kleines Stück kommen Bleeding Through den großen Vorbildern aus dem Norden näher. Jetzt nur aufpassen, daß die Moshparts nicht so enden, wie das Gesicht auf dem Cover. Also am besten nach dem ersten Testosteronausstoß in den folgenden Liedern ein paar melodische Refrains einbauen. Hat ja auch der Berater gesagt, daß Hits benötigt werden.

Doch, oh Mist! Wieso hat er nicht gesagt, daß auch der ruhigere Gesang verbessert werden sollte? Naja, immerhin können Bleeding Through noch ordentlich weiterprügeln, da fällt der gescheiterte Versuch eines emotionalen “Abooooooout you”-Refrains in der Ballade “Line in the sand” nicht so schwer ins Gewicht. Dabei hätte die Ballade der kreative Höhepunkt werden können.

Dann doch lieber weiter im gewohnten Programm zwischen einer viel zu baßlastigen Produktion und scheinbar wahllos eingespielten Halbmelodien am Keyboard. Vielleicht hätte der Manager eher sagen sollen, daß ausgerechnet das Keyboard der Weg aus dem Metalcore-Einheitssumpf hin zum Thron gewesen wäre. Immerhin kommen Bleeding Through noch alleine darauf und plazieren mit “The truth” ein kurzes vertracktes Instrumentalstück ans Ende, das Hoffnung macht. Also den Karriereplaner bei Seite und nicht immer nur Muckis spielen lassen, das Mit-aller-Macht-böse-Ding klappt eh nie.

Tracklist:
01) for love and failing
02) confession
03) love in slow motion
04) the pain killer
05) kill to believe
06) dearly demented
07) line in the sand
08) she’s gone
09) tragedy of empty streets
10) return to sender
11) hollywood prison
12) the truth

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im Osten was Neues

Monday, January 9th, 2006 at 21:38

| aktueller song: 27 – downfall of the upright |

Jarhead – Willkommen im Dreck
Vö: 05. Januar 2006
Verleih: UIP
Genre: Antikriegsdrama | USA 2005
Länge: 122min
Regie: Sam Mendes
Drehbuch: William Broyles jr.
Musik: Thomas Newman
Darsteller: Jake Gyllenhaal, Jamie Foxx, Peter Sarsgaard, …
Punkte: 7/10

Jarhead - Willkommen im Dreck

Handlung:

Anthony Swofford geht genau wie sein Vater und Großvater zu den Marines. Nach einer harten Grundausbildung und vielen albernen Soldatenwitzen landet Swoff als Scharfschütze bei Sergeant Sykes. In Folge der Operation Desert Shield geht es während des Golfkrieges nach Kuwait, wo brennende Ölfelder vor Saddam Hussein beschützt werden müssen. Doch das ganze artet in großes Nichtstun aus und das geht an die Nerven.

Hintergrund:

Jarhead basiert auf dem gleichnamigen biographischen Bestsellerroman von Anthony Swofford, der seine persönliche Bilanz des Krieges zieht. In Anbetracht des aktuellen irakisch-amerikanischen Krieges, durchaus politisch nicht unrelevant.

Sinn:

Marines spielen Football, benehmen sich wie 5-jährige, wollen rumballern und masturbieren 5-mal am Tag. Das ist nichts Neues. Neu hingegen ist, dass der Filmheld im Krieg keinen Schuss abfeuert und der Film keine sinnvolle Story besitzt und das fängt schon im sinnlosen Untertitel “Willkommen im Dreck” an … aber genau das zeigt, die Sinnlosigkeit dieser Mission am besten.

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Chaos animieren

Thursday, January 5th, 2006 at 21:13

| aktueller song: lifesaver – turning my back on me |

Miss June – Living On Credit EP
Vö: 28. November 2005
Label: Bunkhouse Records
Länge: 14:15
Hit: Graceful Days
Punkte: 7/10

Miss June - Living On Credit EP

Living on credit – ein Soundtrack, welcher dazu animiert Chaos zu verursachen. Die 4 Musiker aus dem Raum Saarbrücken, Pirmasens lassen nichts anbrennen.
Aufgewachsen mit den in der Gegend ansässigen Bands wie Spermbirds, Headcrash und Steakknife, kamen sie schließlich zum Punkrock. In den 5 Jahren des bisherigen Bandbestehens haben Missjune etliche Konzerte gespielt, u.a. auch mit Headcrash, D.R.I und The Briefs.

Auf der CD sind ebenfalls Auszüge davon im beiliegenden Video zu „Under Clear Expensive Skies“, einem Song vom letzten Album „Siesta Cero“ zu sehen.
Das Gesamtwerk erinnert an eine Mischung aus AFI und Rage Against The Machine. Die 6 Songs wurden roh und analog von Max Ludwig aufgenommen. Die Platte wird über diverse Mailorder, u.a. Flight 13 und in einigen Plattenläden erhältlich sein. Abgesehen davon steht eine kleine Tour im Februar 2006 an.

Tracklist:
01) grammy shopping
02) graceful days
03) el presidente
04) the lowdown company
05) toledo
06) today i rob the bank you work for

© written by jacqueline keller for triggerfish

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by jacqueline keller