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The Deftones – B-Sides & Rarities
Vö: 04. Oktober 2005
Label: Rhino / Maverick / Wea
Länge: 62:24
Hit: No Ordinary Love (Sade Cover feat. Jonah Matranga)
Punkte: 8/10
Dass im Hause der Deftones schon immer einiges anders läuft, daran musste sich jeder Freund der kalifornischen Band innerhalb der letzten 2 Jahrzehnte zwangsläufig gewöhnen.
Erst 7 Jahre nach Bandbestehen kam das Debütalbum auf den Markt, aber „Adrenaline“ schoss mit einer Intensität, Energie und vor allem Leidenschaft daher, die auch noch genau 10 Jahre später oftmals ihresgleichen sucht. Für so was nimmt man auch gerne lange Wartezeiten in Kauf. Und daran hat sich bis heute nichts geändert im Kosmos um Mastermind Chino Moreno.
Sei es die immer noch unterbewertete Achterbahnfahrt auf „Around The Fur“, der alternative Meilenstein „White Pony“, das rückbesinnende selbstbetitelte „Deftones“ oder auch das jahrelang angekündigte harmonische Nebenprojekt „Team Sleep“ – die Deftones brauchen immer etwas länger.
Laufen angebliche Genrekollegen a la Korn und Limp Bizkit nach einem Bruchteil ihres Bandbestehens mit Grestest Hits Alben um die Ecke, so gehen die Deftones auch diesen Weg nicht mit, der unter Musikjournalisten immer gerne als Geldmacherei und Ausverkauf abgestempelt wird.
Auf „B-Sides and Rarities“ läuft der Hase andersrum. Erinnert man sich noch an das Outtake Album von System Of A Down, welches auch rein Äußerlich daherkam, als sei die Verpackung ebenfalls ein „Outtake“, so gab man sich hier richtig Mühe. Es sollte auch Tribut an die Fans werden und der wurde es auch. Schon Monate davor, hatte jeder die Möglichkeit rare Bilder, Aufnahmen, Collagen oder was auch immer an die Band zu senden. Zu bewundern gibt es nun diese CD in edler schwarz-gold hochglänzender Hülle, mit umfangreichen Bootleg inklusive einer Unmenge an Bildern, der Diskographie, Kommentaren und Statements. Highlight ist sicher die obendrein beiliegende DVD mit allen Videos der Band, die auch mit Konzertausschnitten einen sehr schönen Rückblick über die letzten 10 Jahre liefert.
Der rote Faden setzt sich in der Tracklist fort. Hier finden sich keine in letzter Zeit so beliebten Coversongs von Pink Floyd, U2 oder The Offspring, die mehr an musikalische Vergewaltigungen erinnern. Die Deftones unterstreichen vielmehr ihren Drang zu Melancholie, düsteren Songs mit Tiefgang und ihre musikalische Breite von The Cure und The Smiths, über Helemt, hin zu Duran Duran oder gar HipHop.
Gerade bei „If Only Tonight We Could Sleep” miemt Chino Moreno einen fast ebenwürdigen Robert Smith Ersatz und die beiden extrem ungewöhnlichen Versionen von „No Ordinary Love“ und „The Chauffeur“ zeigen deutlich die Liebe zum Detail, die in diesem Album stecken und bilden mit Sicherheit auch dessen Höhepunkte.
Ebenfalls zu diesen könnte man die Akustik-Version des vielleicht besten Deftones-Songs „Be Quiet And Drive (Far Away)“ zählen, der gerade jetzt noch um einiges schmerzhafter und zerbrechlicher daherkommt, als er ohnehin schon ist. Komplettiert wird die Akustik-Sammlung mit „Change (In The House Of Flies)“ und „Digital Bath“ vom „White Pony“ Album, die ebenfalls in ihre ruhigen Form mehr als Sinn machen.
Für eingefleischte Fans gibt es zudem noch wirkliche Raritäten. Da wäre zum einen der alte und rohe Song „Crenshaw Punch / I Will Throw Rocks At You“, der aus den Aufnahmen zu „Adrenaline“ entstand und auf der anderen Seite die elektronischen und hiphop-lastigen „Wax And Wane“ sowie „Black Moon“ aus der Zusammenarbeit mit Cypress Hill.
In den 14 Songs zeigen sich die Deftones großteils von ihrer ruhigen, experimentellen, nachdenklichen und düsteren Art. Das geht vollkommen in Ordnung und bildet mit Sicherheit eines der abwechselungsreichsten B-Seiten-Alben. Was fehlt ist der Überblick über das musikalische Schaffen des mittlerweile fast 18-jährigen Bestehens der Deftones, was gerade in Anfangstagen bestimmt war durch pure Energie und der Verbindung aus Aggression und Tiefe. Wären zum Beispiel der Song „Will To Die“, der in Zusammenarbeit mit Strife entstand, oder das emotionale „Lovers“, was schon auf dem aktuellen Album fehlt um dieses zu einem hervorstechenden Release zu machen, noch zusätzlich auf „B-Sides and Rarities“ erschienen, dann hätte die Band mit Sicherheit bis jetzt alles richtig gemacht. Trotz überlanger Wartezeiten.
Tracklist:
cd:
01) savory (jawbox cover feat. jonah matranga of far)
02) wax and wane (cocteau twins cover)
03) change (in the house of flies) (acoustic)
04) simple man (lynyrd skynyrd cover)
05) sinatra (helmet cover)
06) no ordinary love (sade cover feat. jonah matranga of far)
07) teenager (idiot version)
08) crenshaw punch / i’ll throw rocks at you
09) black moon (feat. cypress hill)
10) if only tonight we could sleep (the cure cover)
11) please please please let me get what i want (the smiths cover)
12) digital bath (acoustic)
13) the chauffeur (duran duran cover)
14) be quiet and drive (far away) (acoustic)
dvd:
01) 7 words
02) bored
03) my own summer
04) be quiet and drive (far away)
05) change (in the house of flies)
06) back to school (mini maggit)
07) digital bath
08) minerva
09) hexagram
10) bloody cape
11) engine no. 9 (live)
12) root (live)
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